Heute ist der 16.07.2026, und in Marzahn-Hellersdorf ist die Situation für viele Kinder und Jugendliche alles andere als rosig. Ende 2025 lebten hier 13.033 Minderjährige in Bedarfsgemeinschaften, die auf Bürgergeld angewiesen sind. Das sind fast 24 Prozent aller Kinder in diesem Bezirk – eine Zahl, die einen nachdenklich stimmt. Unter diesen 13.033 Kindern sind 5.611 unter sieben Jahren, 5.045 zwischen sieben und 14 Jahren und 2.377 zwischen 14 und 18 Jahren. Und das ist nicht alles. Besonders erschreckend ist, dass 28 Prozent der Kleinsten in Marzahn-Hellersdorf in einer Bürgergeld-Bedarfsgemeinschaft leben, was über dem Berliner Durchschnitt von 22,7 Prozent liegt.

Die Lebensrealität dieser Kinder ist oft von Unsicherheit geprägt. Von den 13.033 betroffenen Kindern wuchsen 7.428 in Haushalten Alleinerziehender auf, was mehr als der Hälfte entspricht. Darüber hinaus lebten 3.872 Kinder in Familien, in denen mindestens ein Elternteil trotz Erwerbstätigkeit auf ergänzende Leistungen angewiesen war – die sogenannten Aufstocker. Ein Lichtblick? Vielleicht. Im Vergleich zum Dezember 2024 sank die Zahl der von Bürgergeld abhängigen Kinder um 643 – ein Rückgang von 4,7 Prozent. Aber irgendwie fühlt sich das nicht genug an.

Die Herausforderungen der Kinderarmut

Generell ist der Anteil von Kindern und Jugendlichen, die in Armut leben, in Berlin hoch. Fast jedes vierte Kind wächst in einem Haushalt auf, der auf staatliche Grundsicherungsleistungen angewiesen ist. Diese finanziellen Notlagen haben oft verheerende Auswirkungen auf die Bildungschancen, die gesundheitliche Entwicklung und die soziale Teilhabe junger Menschen. Ein Teufelskreis, der sich nur schwer durchbrechen lässt. Der Begriff Armut hat zwar viele Facetten, wird aber meist in Bezug auf die materiellen Lebensverhältnisse betrachtet. In diesem Zusammenhang ist die Berliner Strategie gegen Kinderarmut, die 2021 beschlossen wurde, ein Schritt in die richtige Richtung. Sie schafft einen gesamtstädtischen Rahmen zur Bekämpfung der Folgen von Armut und zur Stärkung präventiven Handelns.

Es gibt jedoch auch positive Entwicklungen: Im Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist die Zahl der Bedarfsgemeinschaften mit minderjährigen Kindern von 7.171 auf 6.923 gesunken – ein Rückgang von 3,5 Prozent. Und während Berlinweit 139.930 Kinder und Jugendliche in SGB-II-Bedarfsgemeinschaften lebten, wurden in Marzahn-Hellersdorf 427 Kinder mit Asylbewerberleistungsgesetzen unterstützt und 52 unbegleitete minderjährige Geflüchtete über das SGB VIII versorgt.

Ein Blick in die Zukunft

Die Pläne für eine bundesweite Kindergrundsicherung, die im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung festgehalten waren, werden nun nicht weiterverfolgt. Das hinterlässt Fragen und Unsicherheiten. Für die Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut standen 2025 insgesamt eine Million Euro zur Verfügung, davon 600.000 Euro für die Bezirke. Auch für den Doppelhaushalt 2026/2027 sind Mittel in gleicher Höhe gesichert worden – ein kleiner Hoffnungsschimmer inmitten von Herausforderungen.

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In Marzahn-Hellersdorf gibt es viel zu tun. Die Sorgen der Familien sind oft handfest – von der Unterstützung bei der Bildung bis hin zur Sicherstellung der Grundbedürfnisse. Es ist eine soziale Herausforderung, die nicht nur die Politik betrifft, sondern uns alle. Denn letztlich ist es unsere Verantwortung, dafür zu sorgen, dass jedes Kind, unabhängig von den finanziellen Verhältnissen seines Elternhauses, die Chance auf eine gute Zukunft hat.

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