In Berlin gibt es eine neue, haarige Plage, die sich so langsam, aber sicher durch die Stadt frisst – der Eichenprozessionsspinner. Ja, genau, das klingt erstmal harmlos, ist aber alles andere als das. Diese kleinen, ungebetenen Gäste breiten sich vor allem in den städtischen Gebieten aus, wo Eichen in Parks und Wäldern stehen. Und das hat, wie sich herausstellt, gesundheitliche Folgen. Die Brennhaare der Raupen, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten, können heftige Reaktionen hervorrufen. Hautreizungen, Atembeschwerden und allergische Reaktionen sind nur einige der Beschwerden, die Betroffene plagen können. Und das Schlimmste? Es gibt keine Meldepflicht für diese Beschwerden, weshalb unklar bleibt, wie viele Menschen tatsächlich betroffen sind.

Die Bezirke haben jedoch fleißig Informationen über den Befall gesammelt, und die Zahlen sind alarmierend. Nehmen wir zum Beispiel Charlottenburg-Wilmersdorf: Dort sind die Eichen in jedem Park betroffen, besonders schlimm hat es den Volkspark Jungfernheide erwischt, wo bereits rund 240 Beschwerden eingegangen sind. Die Nester werden seit Mitte Juni abgesaugt – das klingt nach einem echten Krieg gegen die Raupenplage.

Befall im Bezirk: Ein Blick auf die Lage

Friedrichshain-Kreuzberg ist ebenfalls betroffen. Dort wurden 350 bis 400 Bäume identifiziert, die von den kleinen Ungeziefer befallen sind. Und während 300 Nester bereits entfernt wurden, scheinen Flächen und Spielplätze nicht gesperrt zu sein. Ein wenig riskant, könnte man sagen. In Lichtenberg hingegen haben sich rund 400 Bürger in nur zwei Wochen mit E-Mails zu Wort gemeldet, vor allem in Bezug auf den Orankesee, die Wuhlheide und den Oberseepark. Warnhinweise wurden bereits an Schulen und Kitas verteilt – ein kluger Schachzug, um die Kleinsten zu schützen.

Marzahn-Hellersdorf hat auch seinen Anteil an der Misere: Über 760 befallene Bäume wurden gezählt. Die Bekämpfung ist im Gange, doch großflächige Sperrungen bleiben aus. Man fragt sich, ob das wirklich reicht, um die Situation in den Griff zu bekommen. In Mitte wurden mindestens 600 Nester gefunden und viele bereits entfernt, aber die Sperrungen von Teilen von 13 Schulen und fünf Sportanlagen zeigen, dass die Sache ernst ist. Neukölln hat eine Steigerung des Befalls im Vergleich zum Vorjahr gemeldet und setzt auf Informationsschilder an betroffenen Flächen.

Gesundheitsrisiken und Vorsichtsmaßnahmen

Die Raupen schlüpfen im Mai und entwickeln sich bis zur Verpuppung Ende Juli. Die Brennhaare können durch den Wind über 100 Meter getragen werden! Das macht die Sache nicht nur für die Anwohner, sondern auch für spielende Kinder und ruhende Personen problematisch. Symptome wie intensiver Juckreiz, Schüttelfrost und Schwindel können auftreten – und in seltenen Fällen sogar allergische Schockreaktionen. Wer mit den Brennhaaren in Kontakt kommt, sollte sich im Klaren sein, dass die Reaktionen unterschiedlich stark ausfallen können und oft innerhalb weniger Stunden auftreten. Das ist schon ein bisschen beunruhigend.

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Wenn du also in einem der betroffenen Bezirke bist, halte Abstand zu den Nester und berühre die Raupen nicht. Achte auf Warnschilder und wasche deine Kleidung bei mindestens 60 Grad, falls du mit den Haaren in Kontakt gekommen bist. Das klingt nach viel Aufwand, aber die Gesundheit geht vor! Und wenn die Symptome zu heftig werden, ist ein Arztbesuch unumgänglich.

In den Bezirken gibt es eine gewisse Überforderung: Personalmangel und finanzielle Einschränkungen erschweren die Bekämpfung des Befalls. Die Bürger sind gefragt, Nester zu melden, auch wenn es keine gesetzliche Meldepflicht gibt. In Treptow-Köpenick zum Beispiel kannst du Nester an das Straßen- und Grünflächenamt melden, und sie haben sogar eine E-Mail-Adresse für solche Fälle eingerichtet. Das ist doch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

Der Eichenprozessionsspinner ist im Grunde genommen ein harmloser Nachtfalter. Doch die Raupen sind die wahren Übeltäter. Ihre Brennhaare können sich beim Kriechen lösen und über mehrere hundert Meter verteilt werden. Dabei bleibt die Gefahr auch nach der Puppenzeit bestehen, denn die Brennhaare aus leeren Nestern bleiben mehrere Jahre gefährlich. Das ist eine nicht gerade beruhigende Vorstellung! Also, liebe Berliner, bleibt wachsam und schützt euch und eure Kinder vor dieser haarigen Plage.

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