Ein Leben für das Recht: Klaus Finkelnburg und sein Vermächtnis für Berlin
Am 30. Mai 2026 verstarb Klaus Finkelnburg, ein prägender Kopf der Berliner Rechtsgeschichte, im Alter von 91 Jahren nach einer langen, schweren Krankheit. Der ehemalige Präsident des Berliner Verfassungsgerichts, dessen Tod vom CDU-Landesverband unter Berufung auf seine Familie an die Deutsche Presse-Agentur weitergegeben wurde, hinterlässt eine große Lücke im juristischen und politischen Leben der Hauptstadt. Finkelnburg wurde am 7. Mai 1935 in Bonn geboren und studierte Rechtswissenschaften an der Universität Bonn sowie der Freien Universität Berlin. Seine akademische Karriere war dabei ebenso beeindruckend wie sein politisches Wirken.
Nach dem Mauerbau zog er nach Berlin, wo er 1966 eine Anwaltskanzlei gründete und mehrere Jahrzehnte als Rechtsanwalt und Notar tätig war. Er war nicht nur ein gefragter Anwalt, sondern auch ein leidenschaftlicher Lehrer: Ab 1972 war er Honorarprofessor für Verfassungs- und Verwaltungsrecht an der FU Berlin. Seine Expertise, gepaart mit einem tiefen Verständnis für die gesellschaftlichen Entwicklungen, machte ihn zu einem gefragten Berater, besonders während der Wiedervereinigung, als er maßgeblich an der Ausgestaltung der neuen Berliner Verfassung beteiligt war.
Ein Wegbereiter der Berliner Verfassung
1992 wurde er zum ersten Präsidenten des neu gegründeten Berliner Verfassungsgerichts ernannt, eine Position, die er bis 2000 innehatte. In dieser Zeit setzte er sich mit viel Engagement für die Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Bürgerrechte ein. Finkelnburg war zudem von 1985 bis 1992 Mitglied des Abgeordnetenhauses für die CDU. Seine politische Karriere war nicht nur von Amtszeiten geprägt, sondern auch von einem tiefen Einsatz für die Geschichte Berlins, was sich in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Vorsitzender des Vereins für die Geschichte Berlins widerspiegelte.
Seine Verdienste blieben nicht unbemerkt: 2000 erhielt er das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, und 2008 wurde er zu einem der Stadtältesten Berlins ernannt. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner äußerte sich nach Finkelnburgs Tod und betonte, dass ihm ein ehrendes Andenken bewahrt werden soll. Ein schöner, passender Abschied für einen Mann, der so viel für die Stadt getan hat.
Ein Leben voller Engagement und Wissen
Finkelnburgs schriftstellerisches Talent zeigte sich in zahlreichen Veröffentlichungen, darunter Werke über Immissionsschutzrecht und öffentliches Baurecht, die bis heute in Fachkreisen geschätzt werden. Sein Buch „Die Wiedervereinigung Berlins“, veröffentlicht im Jahr 2015, ist ein wichtiges Dokument, das seine Zeit und die Veränderungen, die sie mit sich brachte, festhält.
Sein Leben war ein Zeugnis für den unermüdlichen Einsatz für das Recht und die Gerechtigkeit. Mit einem akademischen Werdegang, der 1959 mit der Ersten Juristischen Staatsprüfung begann und 1963 mit seiner Promotion zum Dr. jur. an der FU Berlin endete, war Finkelnburg nicht nur Jurist, sondern auch ein leidenschaftlicher Verfechter der Werte, die die Grundlage unserer Gesellschaft bilden. Sein Erbe wird in Berlin weiterleben – in den Gesetzen, die er mitgestaltet hat, und in den Herzen der Menschen, die er inspiriert hat.
