In den letzten Wochen hat der Iran internationale Schlagzeilen gemacht, und das nicht nur wegen seiner politischen Turbulenzen, sondern vor allem wegen der dramatischen Entwicklungen rund um den neuen obersten Führer Modschtaba Chamenei. Berichten zufolge ist er schwer verletzt, aber geistig klar. Die Information stammt aus einem Bericht der „New York Times“, der sich auf ungenannte iranische Regierungsvertreter stützt. Chamenei, der am 8. März diesen Jahres zum obersten Führer ernannt wurde, hat laut den Quellen Entscheidungsgewalt „zumindest für den Augenblick“ an die Generäle der Revolutionsgarden abgegeben.
Die Verletzungen, die ihm zugefügt wurden, stammen von einem US-israelischen Angriff am 28. Februar, bei dem sein Vater, Ali Chamenei, getötet wurde. Tragischerweise verloren auch seine Mutter und Ehefrau ihr Leben. Modschtaba Chamenei selbst hat schwere Verbrennungen im Gesicht und an den Lippen erlitten, was ihm das Sprechen erschwert. Nach dem Angriff wurde er zum obersten Führer ernannt, trat jedoch nicht öffentlich auf und gab bislang nur schriftliche Erklärungen ab. Dies nährt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, denn Zugang zu ihm ist aus Sicherheitsgründen stark eingeschränkt.
Aktuelle Lage im Iran
Trotz aller Widrigkeiten zeigt sich Chamenei siegesgewiss im Iran-Krieg. Er hat erklärt, dass die Feinde des Iran, sprich die USA und Israel, „besiegt“ seien und dass die Iraner diesen Ländern einen „atemberaubenden Schlag“ versetzt hätten. Dies geschah zu einer Zeit, als der Iran Vergeltungsangriffe in der Golfregion durchführt. Währenddessen berichteten die Medien von Raketen- und Drohnenangriffen aus dem Iran auf Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen Ländern, was globale Sorgen um die Öl- und Gasversorgung aufwirft.
In der Region ist die Lage angespannt: In Kuwait brachen Brände in einer Ölraffinerie nach einem iranischen Angriff aus, und Saudi-Arabiens Luftabwehr konnte zahlreiche Drohnen abfangen. Die israelische Armee reagierte mit eigenen Angriffen auf iranische Stellungen. Dies alles geschieht vor dem Hintergrund, dass bis zu 2500 zusätzliche US-Soldaten in die Region verlegt werden und US-Präsident Donald Trump über die Besetzung der iranischen Insel Charg nachdenkt, um Druck auf den Iran auszuüben.
Die Rolle von Modschtaba Chamenei
Die Nachfolge von Ali Chamenei durch seinen Sohn Modschtaba könnte die Rolle der Revolutionsgarden im Iran weiter stärken. Das betont auch Nahost-Experte Guido Steinberg, der auf die engen Verbindungen von Modschtaba zu den Revolutionsgarden hinweist. Eine offizielle Bestätigung seiner Ernennung steht jedoch noch aus. Die Unsicherheiten, die mit einem Machtwechsel verbunden sind, könnten zu einer Verschärfung der Fronten gegen die USA und Israel sowie zu möglichen Konflikten innerhalb der neuen Führungspersönlichkeiten führen.
Die Entwicklungen im Iran-Krieg sind nicht nur für die Region von Bedeutung, sondern sie haben auch weitreichende Auswirkungen auf die geopolitische Landschaft. Die EU-Staats- und Regierungschefs haben bereits eine aktive Teilnahme am Iran-Krieg ausgeschlossen, während Frankreichs Präsident Macron Gespräche über die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus ankündigte. In dieser angespannten Atmosphäre bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickelt und welche Rolle Modschtaba Chamenei letztendlich übernehmen wird.