In einer Welt, in der das Streaming von Filmen und Serien immer mehr zum Alltag gehört, hat die Netflix-Komödie „Ladies First“ die Zuschauer in ihren Bann gezogen. Hauptdarsteller Sacha Baron Cohen, bekannt für seine schauspielerischen Eskapaden, gibt dem frauenfeindlichen Macho Damien Sachs Leben, während Rosamund Pike die Rolle der leidenden Angestellten Alex spielt. Der Film, ein Remake der französischen Komödie „Kein Mann für leichte Stunden“ von 2018, zeigt auf humorvolle, aber auch kritische Weise die Umkehrung der Geschlechterrollen.

Damien, ein wohlhabender und chauvinistischer Werbe-Executive bei der Agentur Atlas, findet sich nach einem Unfall in einer Parallelwelt wieder, in der Frauen die Macht haben. Hier sind Männer sexualisiert und erleben die Belästigungen, die sie zuvor selbst Frauen zuteil werden ließen. In dieser neuen Realität wird die Welt auf den Kopf gestellt: Alex, die zuvor übergangen wurde, erhält eine Beförderung, während Damien mit dem Tod seiner alten Identität kämpft. Die ersten zehn Tage nach der Veröffentlichung des Films brachten beeindruckende 31 Millionen Abrufe weltweit ein und die Zuschauerzahlen in Deutschland haben „Ladies First“ sogar auf Platz zwei der Netflix-Charts katapultiert, direkt hinter dem Animationsfilm „G.O.A.T. – Bock auf große Sprünge“.

Die Handlung und ihre Umsetzung

Die Geschichte entfaltet sich, als Damien aus seiner gewohnten Welt gerissen wird. In der matriarchalen Gesellschaft, in der Alex nun das Sagen hat, wird Damien nicht nur von seiner ehemaligen Sekretärin Ruby kontrolliert, sondern sieht sich auch mit den Herausforderungen konfrontiert, die er selbst einst Frauen auferlegte. Hier wird die Kluft zwischen den Geschlechtern auf ironische Weise thematisiert. Damien erkennt, dass seine alten Tricks und sein Macho-Gehabe nicht mehr funktionieren und versucht verzweifelt, sich anzupassen. Ironischerweise wird er in der neuen Welt mit seinen eigenen Vorurteilen konfrontiert, während Alex, die in der patriarchalen Welt oft übersehen wurde, nun die Macht hat.

Natürlich blieb der Film nicht von gemischten Kritiken verschont. Einige Rezensenten warfen ihm „bequemen Feminismus“ und eine missratene Handlung vor. Kritische Stimmen monierten, dass die Umsetzung der Thematik nicht ausreicht, um die Zuschauer nachhaltig zu fesseln. Dennoch ist der Erfolg der ersten zehn Tage nicht von der Hand zu weisen, und in 42 Ländern war „Ladies First“ die Nummer eins bei Netflix.

Gesellschaftliche Implikationen

Die Diskussion über Geschlechterdarstellungen in Filmen und Serien ist wichtiger denn je. Eine Studie, die das Institut für Medienforschung der Universität Rostock unter der Leitung von Prof. Dr. Elizabeth Prommer durchführt, untersucht die aktuelle Situation auf Bildschirm und Leinwand. Diese Studie zeigt, dass es bislang keine repräsentativen Daten zum deutschen Film gibt und die letzte umfassende Analyse zu Geschlechterdarstellungen im Fernsehen bereits Mitte der 1990er Jahre veröffentlicht wurde. In Anbetracht der Fortschritte und Rückschritte in der Film- und Fernsehindustrie ist die Thematisierung von Geschlechterrollen umso relevanter.

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„Ladies First“ könnte also nicht nur eine unterhaltsame Komödie sein, sondern auch ein Spiegel unserer Gesellschaft und ihrer Herausforderungen. Die Frage, ob Damien aus seiner Erfahrung lernt und wie sich die Dynamik zwischen ihm und Alex entwickelt, bleibt spannend. Schließlich zeigt der Film auf humorvolle Weise, dass das Verständnis von Geschlechterrollen nicht nur eine Frage der Macht, sondern auch eine der Empathie ist. Und vielleicht, nur vielleicht, bringt uns dieser Film einen Schritt näher zu einem besseren Verständnis von Gleichberechtigung und Respekt im Berufsleben.