In Mahlsdorf rollt endlich der Bagger! Nach einer gefühlten Ewigkeit des Wartens und der Planung haben die Bauarbeiten für die neue Jugendfreizeiteinrichtung begonnen. Der Baustart, der ursprünglich für 2024 angesetzt war, lässt nun seit Ende Mai die Bauarbeiter und Maschinen auf der Landsberger Straße neben der neuen Gemeinschaftsschule aktiv werden. Ein kleiner Lichtblick für die Region, die in der Vergangenheit oft mit einem Mangel an Freizeitangeboten für die Jugend zu kämpfen hatte.

Der Standort, auf dem die Einrichtung entstehen soll, war zuvor als Baustellenablageplatz genutzt worden. Die Vorbereitungen begannen bereits Ende März mit der Räumung des Areals. Halteverbotsschilder wurden aufgestellt, Baustrom eingerichtet und das Gelände vermessen. Jetzt haben die eigentlichen Tiefbauarbeiten begonnen, und es wird ein Teilkeller errichtet. Die neuen Räumlichkeiten sollen Platz für bis zu 199 junge Menschen bieten. Und das ist dringend nötig, denn Mahlsdorf hat im Bezirk Marzahn-Hellersdorf die niedrigsten Versorgungsquoten im Bereich Kinder- und Jugendarbeit.

Ein langer Weg bis zur Fertigstellung

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf stolze 5,9 Millionen Euro. Geplant wurde das Objekt von den Architekten BSK Beissert Kohler aus Wilmersdorf. Die neue Einrichtung zielt darauf ab, ein breites Spektrum an Angeboten für Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 27 Jahren zu schaffen. Da wird es nicht nur offene Kinder- und Jugendarbeit geben, sondern auch Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebote. Theaterprojekte, musikalische Aktivitäten und sogar ein Medienkompetenzzentrum sind ebenfalls in Planung.

Ehrlich gesagt, die Freude über den Baubeginn wird jedoch von einer gewissen Unsicherheit überschattet. Massive Investitionskürzungen des Senats setzen dem Bauvorhaben zu. Bereits 2013 gab es erste Pläne für die Einrichtung, doch erst im Jahr 2021 kam das Projekt erneut auf die Agenda, nachdem es wegen der Priorität für den Bau einer Gemeinschaftsschule verschoben wurde. Wer hätte gedacht, dass der Baustart 2025 wieder auf der Kippe stehen könnte? Die Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic und Schulstadtrat Stefan Bley zeigen sich zwar optimistisch, müssen aber die Investitionsplanung überarbeiten. Es ist ein Drahtseilakt, denn für 2025 sind bereits 5,9 Millionen Euro mehr verplant, als tatsächlich zur Verfügung stehen.

Die Bedeutung der Einrichtung

Die Notwendigkeit dieser neuen Jugendfreizeiteinrichtung wird umso deutlicher, wenn man bedenkt, dass die bestehenden Angebote im Bezirk stark begrenzt sind. Abgesehen von der Jugendfreizeiteinrichtung am Hultschiner Damm gibt es für die Jugendlichen wenig Möglichkeiten, sich sinnvoll zu beschäftigen. Kritische Stimmen fordern mehr Engagement vom Bezirksamt, um die Kürzungen abzuwenden und die dringend benötigten Freizeitprojekte zu sichern. Ein Verlust des Grundstücks für die geplante Einrichtung droht, wenn bis 2029 nicht gebaut wird, und das wäre ein herber Rückschlag für die Jugend in Mahlsdorf.

Doch es gibt auch Lichtblicke: Marzahn-Hellersdorf hat die Förderung für Kinder und Jugendliche um rund 2 Millionen Euro erhöht. Für die kommenden Jahre übersteigt der Gesamtbetrag für Freizeiteinrichtungen und Schulstationen sogar 8 Millionen Euro. Da wird deutlich, dass die Jugend- und Kindersozialarbeit nicht gekürzt, sondern ausgebaut werden soll. Das ist ein gutes Zeichen für die Zukunft – sowohl für die geplante Einrichtung in Mahlsdorf als auch für die vielen anderen Projekte im Bezirk.

Ob das alles wirklich so reibungslos läuft, bleibt abzuwarten. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Hoffnung auf eine lebendige und vielfältige Freizeitgestaltung für die Jugendlichen in Mahlsdorf weiter wachsen kann.