Lichtenberger Kunstmeile verwandelt Kiez in lebendige Galerie!
In Berlin findet momentan die dritte Kunstmeile im Lichtenberger Weitlingkiez statt, die am 13. September 2025 eröffnet wurde und bis heute, dem 12. Oktober 2025, läuft. Der Weitlingkiez wird über einen Zeitraum von vier Wochen zu einer offenen Galerie, in der rund 30 Geschäfte und soziale Einrichtungen Schaufenster sowie Wände für lokale Künstler zur Verfügung stellen. Diese eindrucksvolle Initiative zielt darauf ab, die Vielfalt künstlerischer Betätigungen aus der Nachbarschaft einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Berlin.de berichtet, dass das Kunstangebot unter anderem Fotografie, Malerei, Töpferei, Textilkunst, Installationen und Dichtkunst umfasst.
Die Kunstmeile, die erstmals im Jahr 2012 stattfand, ist mittlerweile ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens im Kiez. Sie wird durch Bürgerengagement und kommunale Unterstützung realisiert. Gabriela Thur ergänzt, dass die Veranstaltung ein nicht kommerzielles Kulturfest darstellt, welches von der Stadtteilkoordination Lichtenberg Mitte, dem AWO-Margaretentreff und kunstinteressierten Ehrenamtlichen organisiert wird. Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU) öffnete die Kunstmeile mit einer Vernissage im Gemeindesaal des Familien- und Nachbarschaftszentrums Weit.Blick.
Künstlerische Vielfalt im öffentlichen Raum
Ein zentrales Element der Kunstmeile ist, dass sie Werke von (Laien-)Künstlern an öffentlichen Orten präsentiert. Die Kunstwerke bieten somit die Möglichkeit, Kunst auch jenen zugänglich zu machen, die sich ansonsten nicht intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Die Schader-Stiftung beschreibt, dass Kunst im öffentlichen Raum für alle sichtbar ist und gesellschaftliche Diskurse anregen kann. Historisch betrachtet, war die Öffentlichkeit schon immer ein Raum für Austausch und Diskussion, wie es in der Antike auf der Agora der Fall war.
Die ausgestellten Werke sind breit gefächert: Georg Welke zeigt Aquarellmalerei in der Buchhandlung „totsicher“, während Angelika und Jana Kuric Gedichte und Illustrationen in der selben Buchhandlung präsentieren. Auch in einem Schaufenster bei Renotti-Jeans sind Aquarelle und Textilgestaltung von Angelika Giel zu sehen. Darüber hinaus hat der Klangkünstler Jeremy Knowles ein interaktives Klangkunstwerk mit dem Titel „open the night“ am Bahnhof vorgestellt, das über die App „Echoes“ zugänglich ist.
Veranstaltungsprogramm und Beteiligung
Jeden Samstag um 11 Uhr finden geführte, kostenfreie Rundgänge durch die Kunstmeile statt, die am Münsterlandplatz Ecke Weitlingstraße beginnen. Diese Rundgänge bieten nicht nur die Möglichkeit, die verschiedenen Kunstwerke zu erleben, sondern auch, sich mit anderen Kunstinteressierten auszutauschen. Berlin.de informiert, dass die Finissage heute, am 12. Oktober, ab 14 Uhr im AWO-Margaretentreff stattfindet und einen Rückblick auf die vergangenen Kunstmeilen-Rundgänge sowie einen Austausch unter den Teilnehmern umfasst.
Die Kunstmeile im Weitlingkiez ist mehr als nur ein Schaufenster für Kunst; sie ist ein lebendiger Ausdruck des Engagements der Anwohner und ein Beispiel dafür, wie Kunst den öffentlichen Raum bereichern kann. Es bleibt abzuwarten, wie diese Initiative die Wahrnehmung von Kunst im städtischen Kontext verändern wird und welche neuen Perspektiven sie eröffnen kann.
