In Berlin wird gerade ein neues Kapitel in der politischen Landschaft aufgeschlagen. Stefan Evers, der neue CDU-Spitzenkandidat, hat sich klar positioniert: Er will ein Zeichen gegen Hassgewalt setzen und fordert, dass sich jeder in der Stadt sicher und frei bewegen kann, egal woher er kommt oder welchen Glauben er hat. „Die Freiheit muss für alle gelten“, sagt Evers, der selbst als schwuler Mann in der Vergangenheit bedrohliche Erfahrungen gemacht hat. Besonders in der U-Bahn, wo er, wie viele andere auch, schon mit Übergriffen konfrontiert wurde.

Die U7, die längste U-Bahn-Linie in Berlin, verbindet Spandau mit Rudow und hat einige ihrer Stationen in Neukölln, die als Kriminalitätsbrennpunkte bekannt sind. Hier haben auch andere Menschen, die sich zu ihrer Sexualität bekennen, gefährliche Situationen erlebt. Evers nennt Beispiele wie schwule Paare im Nollendorf-Kiez oder jüdische Menschen, die mit ihrer Kippa in Neukölln unterwegs sind. Es ist bedauerlich, dass solche Vorurteile und Übergriffe immer noch Teil des Alltags sind.

Statistiken, die alarmieren

Die Beratungsstelle Maneo hat im vergangenen Jahr 723 queerfeindliche Vorfälle in Berlin registriert. Das sind zwar etwas weniger als im Vorjahr (738), dennoch ist die Zahl der neuen Meldungen mit 1.014 ein neuer Höchststand. Viele Vorfälle bleiben unreported, da etwa 80 bis 90 Prozent der Betroffenen sich nicht trauen, Anzeige zu erstatten. Maneo bietet seit 36 Jahren Unterstützung für Opfer queerfeindlicher Gewalt und verzeichnete im letzten Jahr 1.927 Beratungsgespräche.

Die häufigsten Vorfälle sind Nötigungen und Bedrohungen (39 %), gefolgt von Beleidigungen (31 %) und Körperverletzungen (31 %). Besonders besorgniserregend ist die Vielzahl an Übergriffen, die in Schöneberg, Neukölln, Kreuzberg, Friedrichshain und Tiergarten stattfinden. In diesen Stadtteilen sind öffentliche Verkehrsmittel und Straßen häufig Schauplätze für queerfeindliche Anfeindungen.

Ein Blick über die Landesgrenzen

Die Situation ist nicht nur in Berlin besorgniserregend. Auf bundesweiter Ebene zeigt sich ein alarmierender Anstieg queerfeindlicher Straftaten. Im Jahr 2023 wurden bundesweit 17.007 Fälle von Hasskriminalität erfasst, darunter 1.785, die sich gegen LSBTIQ* richteten. Die Zahlen haben sich im Vergleich zu 2022 fast verdoppelt. Immer mehr Menschen zeigen sich bereit, solche Vorfälle anzuzeigen, was einerseits positiv ist, andererseits zeigt es auch, wie präsent die Probleme sind.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Das Bundeskriminalamt (BKA) berichtet, dass die Dunkelziffer bei Übergriffen auf die LGBTQ+-Community immens hoch ist. Eine Studie zeigt, dass 96 % der LSBTIQ* Hate Speech und 87 % körperliche oder sexuelle Übergriffe nicht zur Anzeige bringen. Gründe dafür sind unter anderem, dass viele die Vergehen als „zu gering“ empfinden oder Angst vor einer homo- oder transphoben Reaktion der Polizei haben.

Inmitten dieser Herausforderungen stehen Initiativen, die sich für Vielfalt und gegen Diskriminierung einsetzen. Das BKA hat beispielsweise ein Programm zur kriminalpolizeilichen Prävention ins Leben gerufen und unterstützt die Schaffung sicherer Räume für alle. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber der Weg hin zu einer toleranten und offenen Gesellschaft bleibt steinig.

Technisch repräsentiert unser neues Magazin-System den aktuellen Stand der Technik für anspruchsvolle Nachrichtenportale: schnell, barrierefrei, DSGVO-konform, suchmaschinenoptimiert und für die Redaktion langfristig wartbar. Die Umsetzung dieser hohen Standards wurde von Daniel Wom / VeloCore mit dem Anspruch realisiert, eine langlebige und zukunftssichere Lösung zu schaffen.