Sichere B8 in Hennef-Lichtenberg: Bürger kämpfen gegen gefährliche Verkehrssituation
In Hennef-Lichtenberg ist die Verkehrssituation an der Haltestelle B8 ein echtes Problemkind. Hier wird täglich mit überhöhten Geschwindigkeiten gewedelt, während Fahrzeuge an der Haltestelle bremsen müssen – ein gefährliches Spiel, das Annette Lipinski von der Bürgerinitiative „Sichere B8 Hennef-Lichtenberg“ brennend beschäftigt. „Es ist ein unerträglicher Zustand“, sagt sie und macht deutlich, dass die Überquerung der Bundesstraße an dieser Stelle für Fußgänger ein hohes Risiko birgt.
Besonders besorgniserregend ist der Unfall, bei dem eine 18-jährige Fußgängerin im Dezember 2022 schwer verletzt wurde. Sebastian Schiefer, ein weiteres Mitglied der Bürgerinitiative, lässt seine Söhne nicht zur Haltestelle gehen – ein klarer Ausdruck der Angst, die hier herrscht. Um die Sicherheit zu erhöhen, fordern die engagierten Bürger eine Ampel an der Einmündung zur Straße Oberdorf. Zu den Vorschlägen gehören auch Fahrbahnbegrenzungen auf dem Mittelstreifen und eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit von 70 auf 50 km/h. Eine Petition an Bürgermeister Mario Dahm hat bereits rund 1.350 Unterschriften gesammelt, doch die Stadtverwaltung wird nicht müde, auf die rechtlichen Hürden hinzuweisen.
Ein gefährlicher Alltag
Die enge Straße Oberdorf stellt nicht nur für Anwohner, sondern auch für Linienbusse eine Herausforderung dar. Hier wird nicht nur geschaut, wo man bleibt – das Abbiegen erweist sich als gefährlich. „Wir haben in diesem Jahr bereits zwei Unfälle mit Personenschaden beim Abbiegen erlebt“, berichtet Lipinski und fordert zusammen mit Vizebürgermeister Thomas Wallau sofortige Maßnahmen zur Entschärfung der Gefahrensituation. Ein Vorschlag ist die Installation einer Bedarfsampel an der Straßeneinfahrt von Striefen zur B8, die auch als Fußgängerampel genutzt werden könnte. Die Haltestelle für den Schnellbus, nur etwa 100 Meter von der Straße Oberdorf entfernt, wird von vielen gemieden, weil die Überquerung der B8 als zu riskant wahrgenommen wird.
Die Problematik ist klar umrissen: Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Haltestelle vor allem für Kinder, Senioren und Menschen mit Gehbehinderungen gefährlich ist. Das geplante Verkehrsmanagement in Hennef sieht vor, Fördermittel für eine Querungshilfe mit Beleuchtung an der Bushaltestelle zu beantragen. „Wir müssen etwas tun“, sagt Wallau, der seit Jahren Verbesserungen fordert. Die zweite Zufahrt nach Lichtenberg, die Lichtenberger Straße, ist zwar nur 300 Meter weiter Richtung Uckerath, bietet jedoch ähnliche Herausforderungen – Wartezeiten und Blechschäden sind hier an der Tagesordnung.
Ein Blick auf die Zahlen
Schaut man auf die deutschlandweiten Verkehrszahlen, wird die Dringlichkeit der Situation noch deutlicher. Im Jahr 2024 starben in Deutschland 2.770 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen – ein Rückgang, ja, aber dennoch alarmierend. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur verfolgt die „Vision Zero“: keine Toten im Straßenverkehr. Ein ehrgeiziges Ziel, das nur mit der Zusammenarbeit von Staat und Gesellschaft erreicht werden kann. Der „Pakt für Verkehrssicherheit“, ins Leben gerufen in 2021, zeigt, dass die Bundesregierung bereit ist, 15 Millionen Euro jährlich für Präventionsmaßnahmen bereitzustellen.
Die Verkehrssicherheit ist also ein gesamtgesellschaftliches Anliegen, das auch hier in Hennef-Lichtenberg dringend angepackt werden muss. Die Sorgen der Bürger sind nicht nur persönliche Belange, sondern spiegeln ein größeres Problem wider, das in der gesamten Stadt und darüber hinaus ein Thema ist. Auf den Straßen wird es immer wieder heiß hergehen, solange nichts unternommen wird.
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