Heute ist der 22.10.2026 und in Lichtenberg brodelt es in der politischen Szene. Immer wieder gibt es Fragen zu brisanten Themen – eine davon ist Antisemitismus, der gerade in den letzten Jahren immer wieder zur Sprache kommt. Der CDU-Abgeordnete Danny Freymark hat auf der Plattform Abgeordnetenwatch 15 von 16 Fragen beantwortet, doch eine bleibt noch offen: die von Laura S. Sie möchte wissen, was die CDU gegen Antisemitismus in Lichtenberg unternimmt, gerade angesichts der aktuellen Koalitionsverhandlungen und den Sorgen um die jüdische Gemeinde. Eine klare Antwort darauf steht allerdings noch aus. Komisch, oder? In Zeiten, in denen das Thema so wichtig ist, ist eine klare Solidaritätsbekundung für die jüdische Gemeinde mehr als angebracht.

Doch nicht nur in der Politik wird über Antisemitismus gesprochen. In Lichtenberg wird aktiv daran gearbeitet, diesem Phänomen entgegenzuwirken. Der Runde Tisch für politische Bildung hat sich mit dem Antisemitismusbeauftragten des Bezirks zusammengetan, um Workshops und Veranstaltungen zu organisieren. Ein Beispiel ist der Film „Nestwärme – mein Opa, der Nationalsozialismus und ich“, der am 21. Juli 2026 gezeigt wurde. Hier werden Familiengeschichten aus der Zeit des Nationalsozialismus auf eine sehr persönliche Weise behandelt. Solche Formate sind wichtig, um die Verstrickungen in die NS-Zeit zu reflektieren und das Bewusstsein für die eigene Geschichte zu schärfen. Es geht nicht nur um das Aufarbeiten von Vergangenem, sondern auch um den Dialog in der Gegenwart.

Wichtige Veranstaltungen und Initiativen

Ein weiterer spannender Termin steht am 24. September 2026 an: Die Buchvorstellung und das Gespräch zu „Present Past. Wie Nachfahren ihre NS-Familiengeschichte erforschen“. Hier wird das Buch von Claudia Krieg und Johannes Spohr vorgestellt, das die Recherchen von zehn Nachfahren zur NS-Vergangenheit ihrer Familien thematisiert. Solche Initiativen sind ein wichtiger Teil der Erinnerungskultur. Es ist ein Schritt, um das Vergangene nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und gleichzeitig den Umgang mit der eigenen Familiengeschichte zu fördern.

Und das ist noch nicht alles. Am 22. Oktober 2026 wird der Film „Displaced“ gezeigt, der Sharon Ryba-Kahn begleitet, die in München geboren wurde und zur dritten Generation nach der Schoah gehört. Auch hier wird die Thematik sehr persönlich aufbereitet und bietet Raum für Diskussionen über belastete Beziehungen und Identität. Man kann sich gut vorstellen, wie lebhaft solche Gespräche nach dem Film sein werden!

Bildung und Sensibilisierung in der Gesellschaft

Aber was tut die Stadt darüber hinaus? Die „Berliner Aktionswochen gegen Antisemitismus“ sind ein präventiv-pädagogisches Projekt, das seit 2019 ins Leben gerufen wurde. Hier wird durch Bildungsangebote versucht, Aufklärung und Sensibilisierung zu fördern. Dabei werden verschiedene Erscheinungsformen von Antisemitismus sichtbar gemacht und Wissen niedrigschwellig vermittelt. Das betrifft nicht nur Schülerinnen und junge Erwachsene, sondern auch Lehrkräfte und Fachpersonal an Bildungseinrichtungen. Ein ganzheitlicher Ansatz, der zeigt, dass es nicht nur um das Weisen mit dem Finger auf andere geht, sondern um das gemeinsame Arbeiten an einer besseren Gesellschaft.

All diese Veranstaltungen und Initiativen sind ein Zeichen dafür, dass Lichtenberg nicht wegschaut, sondern aktiv an einem respektvollen Miteinander arbeitet. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die politischen Akteure, wie Danny Freymark, zu diesen Themen positionieren – vor allem, wenn es um die jüdische Gemeinschaft geht. Ob und wie die CDU auf die Sorgen der Bürgerinnen reagiert, wird sich zeigen. Für uns alle bleibt es wichtig, im Gespräch zu bleiben und das Thema Antisemitismus nicht aus den Augen zu verlieren.