Kibo, der afrikanische Elefantenbulle, zieht in den Tierpark Berlin ein und bringt Herausforderungen der Elefantenerhaltung mit sich
Gestern, am 3. November 2026, hat ein ganz besonderer Bewohner Lichtenberg erreicht: Elefantenbulle Kibo, ein stattlicher Afrikanischer Elefant, der mit seinen rund drei Meter Höhe und etwa fünf Tonnen Gewicht schon ordentlich Eindruck macht. Er ist der erste ausgereifte Bulle in der neuen Elefantenanlage des Tierparks Berlin, und die Vorfreude auf seinen Besuch ist riesig. Kibo hat den Umzug vom Thüringer Zoopark Erfurt nach Berlin in einem Megatruck souverän überstanden – ganz wie ein echter König unter den Dickhäutern!
Kibos Name, inspiriert vom höchsten Vulkankegel des Kilimandscharo, scheint passend, denn dieser Elefant hat einiges an Erfahrung mitgebracht. Geboren wurde er am 9. Oktober 2005 und war seit August 2015 in Erfurt beheimatet. Dort hat er auch Vaterfreuden erlebt und zwei gesunde Nachkommen, Ayoka und Banjoko, in die Welt gesetzt. Der Grund für seinen Umzug? Die Tochter Ayoka ist geschlechtsreif geworden, und um Inzucht zu vermeiden, empfahl das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) den Wechsel nach Berlin.
Ein neues Zuhause für Kibo
In der neuen Elefantenanlage in Berlin wird Kibo erstmal in Ruhe eingewöhnt. Das ist wichtig, denn Elefanten sind soziale Tiere, und die Zeit der Eingewöhnung kann entscheidend für das Wohlbefinden sein. Wann er jedoch zum ersten Mal mit den anderen Elefanten zusammenkommt, ist noch ungewiss. Aktuell leben bereits fünf Afrikanische Elefanten im Tierpark: Leitkuh Pori, ihre Tochter Tana und die Enkel Tamika, Elani und Simon. Letzterer hatte kürzlich tierärztliche Hilfe wegen eines verletzten Stoßzahns nötig.
Die neue Anlage bietet große Innen- und Außenbereiche, die darauf ausgelegt sind, die unterschiedlichen Bedürfnisse von Kühen und Bullen zu berücksichtigen. So kann Kibo, der ein eher ruhiger und angenehmer Geselle ist, sein Sozialverhalten ganz natürlich entfalten. In Erfurt hatte er oft einen bewachsenen Rückzugsbereich genutzt, um sich zeitweise von den Kühen abzusondern – ein ganz normales Verhalten für erwachsene Bullen.
Die Herausforderungen der Elefantenerhaltung
Doch während wir hier in Berlin Kibo begrüßen, ist die Situation für Afrikanische Elefanten in freier Wildbahn alles andere als rosig. Laut IUCN gelten sie als stark gefährdet, und die größten Gefahren sind Lebensraumverlust, Wilderei und Konflikte mit Menschen. Der Tierpark Berlin engagiert sich aktiv im Artenschutz und unterstützt Projekte in Namibia, wo Menschen lernen, das Verhalten der Elefanten zu deuten und Konflikte zu vermeiden.
Das Thema Elefantenhaltung ist komplex. Der Verein Elefanten-Schutz Europa e.V. setzt sich für ein würdiges, möglichst artgerechtes Leben von Elefanten in menschlicher Obhut ein. Sie kritisieren die Haltung in Zoos als Resultat einer Fehlplanung über 150 Jahre hinweg. Das ist ein spannendes und wichtiges Thema, das uns alle etwas angeht, denn es geht nicht nur um Kibo und seine neuen Freunde hier in Berlin, sondern um die Zukunft der gesamten Art.
