Es war ein ganz normaler Sonntag in der Schüco-Arena, als Hertha BSC am 34. Spieltag der zweiten Fußball-Bundesliga gegen Arminia Bielefeld antreten musste. Für die Berliner war es ein entscheidendes Spiel, das sie unbedingt gewinnen wollten, um die Saison mit einem besseren Gefühl zu beenden. Doch die Realität sah anders aus. Mit einem 1:6-Debakel verabschiedeten sich die Blau-Weißen in die Sommerpause und landeten auf dem siebten Platz – eine Platzierung, die angesichts der hohen Erwartungen zu Beginn der Saison eher ernüchternd ist.
Die Partie begann vielversprechend für die Gäste. Linus Gechter, der den Ball nach einer präzisen Flanke von Julian Eitschberger ins Netz beförderte, brachte Hertha in der 37. Minute in Führung. Das Stadion, mit 26.750 Fans bis auf den letzten Platz gefüllt, war in diesem Moment elektrisiert. Doch die Freude währte nur kurz. Nach der Halbzeitpause, die für die Bielefelder eine Art Weckruf war, drehten die Gastgeber auf.
Ein katastrophaler Start in die zweite Halbzeit
Bielefeld kam mit einer neuen Energie aus der Kabine. Es schien, als hätten Trainer und Spieler eine geheime Strategie besprochen, denn sie stürmten sofort auf das Tor von Hertha. Der Bielefelder Wörl kam bereits in der 48. Minute gefährlich nah, doch Fabian Reese von Hertha konnte den Kopfball auf der Linie abwehren. In der 49. Minute war es dann Joel Grodowski, der das Spiel drehte. Nach einem langen Ball von Monju Momuluh schob er das Leder ins Netz und brachte Bielefeld auf 1:0.
Was folgte, war ein regelrechter Tornado, der die Hertha-Abwehr überrollte. Grodowski, der mit einem Kopfball nach einem Freistoß von Sicker in der 59. Minute auf 2:0 erhöhte, stellte die Berliner Defensive vor schier unlösbare Herausforderungen. Es war nicht nur die offensive Stärke der Bielefelder, sondern auch die Schwäche von Hertha, die hier deutlich wurde. Trainer Stefan Leitl war gezwungen, mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft anzutreten, da gleich zehn Spieler fehlten – darunter acht verletzte oder gesperrte Profis.
Tore wie am Fließband
Bielefeld nutzte die Schwächen der Gäste eiskalt aus. Monju Momuluh erhöhte in der 65. Minute auf 3:1, nachdem Grodowski ihm den Ball quer legte. Und das war noch nicht das Ende. Stefano Russo traf in der 74. Minute im Nachschuss nach einer Ecke und stellte auf 4:1. Eine weitere Chance für Bielefeld in der 82. Minute wurde nur knapp vergeben, doch die Nachspielzeit war fest in Bielefelder Hand. Telalovic und Uldrikis besorgten in der 90.+2 und 90.+6 Minute die letzten beiden Tore – ein wahrer Schock für die Hertha-Fans, die die Schmach kaum fassen konnten.
Das Spiel hatte sich in eine einseitige Angelegenheit verwandelt, und die Zuschauer in der ausverkauften Arena erlebten ein Feuerwerk der Gastgeber. Hertha, die den ersten Saisontreffer von Gechter nicht in einen positiven Schlusspunkt verwandeln konnte, musste mit leeren Händen den Rückweg antreten.
Ehrlich gesagt, so kann man sich nicht aus einer Saison verabschieden, die voller Hoffnungen begann. Die Frage, die bleibt, ist: Wie wird Hertha BSC aus dieser Niederlage lernen und sich für die kommende Saison aufstellen? Es müssen Antworten gefunden werden, um am Ende nicht wieder enttäuscht dazustehen. Der Fußball ist voller Überraschungen – und manchmal auch voller Enttäuschungen.