Der Umzug der Hedwig-Grundschule nach Lichtenberg wird von vielen mit Aufregung und Vorfreude erwartet. Die Schule, die erst 2021 gegründet wurde, zieht in neue Räumlichkeiten an der Frankfurter Allee. Endlich, nach monatelanger Unsicherheit, ist die Baugenehmigung von der SozDia-Stiftung, dem Träger der Schule, erteilt worden. Schulleiter Gérard Leitz bezeichnet diesen Schritt als einen echten Meilenstein für die kleine, inklusive und beziehungsorientierte Schule.

Die neuen Räumlichkeiten befinden sich im Erdgeschoss des Wohnhauses „Liese“. Hier soll Platz für 72 Schülerinnen und Schüler geschaffen werden – das sind 20 zusätzliche Grundschulplätze, die in einem Bezirk dringend benötigt werden. Es wird von rund 1000 fehlenden Plätzen im Grundschulbereich gesprochen. Bislang war die Schule in provisorischen Containern im Pfarrgarten der evangelischen Kirche an der Möllendorffstraße untergebracht, was nicht gerade ideal war. Jetzt können die Schüler endlich in ein richtiges Schulgebäude umziehen, und das pünktlich zum neuen Schuljahr nach den Sommerferien.

Ein inklusives Bildungskonzept

Das Konzept der Grundschule Campus Hedwig ist wirklich spannend. Es umfasst jahrgangsgemischte Lerngruppen und selbstgesteuertes Lernen, was bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler nicht einfach nur passiv im Unterricht sitzen, sondern aktiv an ihrem Lernprozess beteiligt sind. Die enge Begleitung durch Lehrkräfte und Schulhelfer sorgt dafür, dass jeder Einzelne individuell gefördert werden kann. Inklusion wird hier nicht nur großgeschrieben, sie wird auch gelebt. Das steht im Einklang mit dem menschenrechtlichen Anspruch der UN-Behindertenrechtskonvention, die ein inklusives Bildungssystem fordert. Laut dieser Konvention soll jedem Kind, ob mit oder ohne Behinderung, eine wohnortnahe Beschulung ermöglicht werden.

Über 15 Jahre nach der Ratifizierung dieser Konvention ist die Realität allerdings noch unzureichend. Im Schuljahr 2023/24 besuchen rund 55,9% der Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf Förderschulen – eine Zahl, die nicht gerade für Fortschritt spricht. Das inklusive Konzept der Hedwig-Grundschule könnte hier einen wertvollen Beitrag leisten. Die Schule ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es bleibt noch viel zu tun, um den Bildungsföderalismus in Deutschland wirklich inklusiv zu gestalten.

Ein langer Weg zum neuen Schulstandort

Der Weg zur neuen Schule war nicht einfach. Der Bauantrag wurde zunächst vom Stadtentwicklungsamt Lichtenberg abgelehnt, weil die Schulnutzung angeblich nicht in die Umgebung passe. Schließlich wurde jedoch im März berichtet, dass der Antrag „auf der Zielgeraden“ sei, nachdem einige Fragen zu Freiflächen geklärt werden konnten. Es ist bereits ein langfristiger Neubau an der Hedwigstraße in Alt-Hohenschönhausen geplant, der noch mehr Platz für die wachsende Schülerschaft bieten könnte. Doch bis dahin ist die neue Adresse an der Frankfurter Allee ein wichtiger Schritt.

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Das Projekt zeigt, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Dezernaten und städtischen Gremien ist, um den Schulbau zu beschleunigen. Ähnlich wie in Frankfurt am Main, wo die Schulbauoffensive dafür sorgt, dass genügend Schulplätze bereitgestellt werden, ist auch in Lichtenberg die gesamte Stadt gefragt, um gute Schulen zu bauen. Die Herausforderungen sind groß, aber der Wille, das Bildungssystem zu verbessern, ist da. Und das ist schließlich das Wichtigste.

Es bleibt zu hoffen, dass die Hedwig-Grundschule ein leuchtendes Beispiel für andere Schulen in Berlin wird. Denn nur durch echte Inklusion und gute Bildung können wir die Zukunft unserer Kinder gestalten. Und das ist es, was wir alle wollen: eine gerechte und inklusive Gesellschaft, in der jedes Kind die Chance auf eine gute Bildung hat.

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