Am Mittwoch, dem 13. Mai, wird es im Sana-Krankenhaus Templin heiß hergehen. Die Gewerkschaft ver.di hat einen ganztägigen Warnstreik ausgerufen, um den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen vor der dritten Verhandlungsrunde zu erhöhen. Der Streik beginnt bereits früh um 5.15 Uhr und soll 24 Stunden andauern. Eine Premiere für das Krankenhaus, denn wie Ben Brusniak von ver.di bestätigt, könnte dies der erste Streik in der Geschichte der Einrichtung sein.

Das Thema Gehalt steht im Mittelpunkt. Schon im März hatten die Mitarbeiter mit einer aktiven Mittagspause auf ihre Forderungen nach Gehaltsanpassungen aufmerksam gemacht. Doch das Angebot der Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde wurde als unzureichend empfunden. Die Lohnunterschiede im Sana-Verbund sind erheblich: Während in den Sana-Krankenhäusern in Sommerfeld und Berlin-Lichtenberg die Entgelte um 14 Prozent höher liegen als in Templin, wurde für Lichtenberg sogar eine Gehaltserhöhung um drei Prozent im April vereinbart.

Ein ungleiches Spiel

Die Lohnlücke könnte bis Februar 2028 auf 17,5 Prozent anwachsen. Auf diesen Punkt macht ver.di aufmerksam, während die Sana Kliniken versichern, die Tarifverhandlungen „auf Augenhöhe“ führen zu wollen. Aber die Realität sieht anders aus. Die 143 Beschäftigten in Templin haben bereits in einer Petition für „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ im Sana-Verbund plädiert. Es ist frustrierend, dass von den aufgestockten Gehältern in Lichtenberg nur 89 Prozent bei den Kollegen in Templin ankommen. Das Gefühl von Ungerechtigkeit schwebt wie ein Schatten über dem Krankenhaus.

Eine Notdienstvereinbarung wurde mit der Personalleitung der Sana Kliniken Berlin-Brandenburg GmbH abgeschlossen, um die dringend benötigte medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten. Es ist zu erwarten, dass es Einschränkungen bei Neuaufnahmen ins Krankenhaus geben wird. Dennoch ist man bemüht, die Versorgung von nicht verlegbaren oder nicht entlassfähigen Patienten sicherzustellen. Ein gewisses Maß an Sicherheit inmitten dieser angespannten Situation.

Der Blick nach vorn

Die dritte Verhandlungsrunde steht am 21. Mai an und ver.di erwartet ein Angebot, das den Ansprüchen der Mitarbeiter gerecht wird. Es bleibt spannend, ob dies gelingt. Die Menschen in Templin sind entschlossen, für ihre Rechte einzustehen. Schließlich haben sie in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass sie sich für Gehaltsanpassungen stark machen können.

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Die Situation im Sana-Krankenhaus Templin ist mehr als nur eine Auseinandersetzung um Zahlen und Prozentsätze. Es geht um die Anerkennung der Arbeit, die tagtäglich geleistet wird. Die Mitarbeiter stehen zusammen und zeigen, dass sie sich nicht einfach mit unzureichenden Angeboten zufriedengeben. In einer Branche, in der menschliches Leben auf dem Spiel steht, sollte Lohngerechtigkeit nicht nur eine Floskel sein, sondern gelebte Realität.