Gestern, am 17. Juli 2026, war es endlich so weit: Die Premiere der Nibelungen-Festspiele in Worms, mit dem packenden Stück „Die Hunnenkönigin“, wurde vor einem begeisterten Publikum gefeiert. Bei strahlendem Wetter, und ja, auch bei drückender Hitze, fanden sich über 1.400 Zuschauer auf der Freilichtbühne vor dem majestätischen Kaiserdom ein. Unter ihnen waren auch prominente Gäste wie der Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder, die die Atmosphäre mit ihrem Glanz bereicherten.

Die Hauptdarstellerin Maria Dragus brillierte in der Rolle der Kriemhild, während Aram Tafreshian als Etzel das Publikum in seinen Bann zog. Aber Moment mal – dieses Stück ist nicht einfach nur eine Wiederholung des Nibelungenliedes, das wir alle kennen. Nein, Oliver Lansley, der Autor, hat die Geschichte neu interpretiert und damit einen frischen Wind in das altehrwürdige Material gebracht. Kriemhild, die tragische Heldin, geht so weit, ihren eigenen Sohn Ortlieb zu töten, um Rache für den Tod ihres geliebten Siegfried zu nehmen. Ein gewaltiger Schritt, der die Zuschauer zum Nachdenken anregt.

Ein Fest für die Sinne

Die Inszenierung ist das Ergebnis einer deutsch-englischen Kooperation mit der Londoner Theatercompagnie Les Enfants Terribles, die nicht nur für die Regie verantwortlich ist, sondern auch mit einer Bühnenanordnung, die eine Hommage an William Shakespeare darstellt. Neu sind auch die etwa 100 Zuschauerplätze auf der Bühne selbst – ein mutiger Schritt, der den Zuschauer noch näher an das Geschehen heranführt. Das Publikum konnte sich also direkt ins Geschehen stürzen und die Emotionen hautnah erleben. Eine geniale Idee!

Die Musik, live dargeboten von der talentierten Sängerin Alice Merton, sorgt für einen zusätzlichen emotionalen Kick. Sie hat einen eigenen Soundtrack für die Festspiele produziert, der im Wormser Heylspark erhältlich ist. Bei den Proben herrschten über 30 Grad – da waren gefrorene Handtücher unter den Kostümen keine Seltenheit! Aram Tafreshian berichtete von gesundheitlichen Beschwerden, aber das hat ihn nicht davon abgehalten, sein Bestes zu geben. Respekt dafür!

Ein Blick auf die Tradition

Die Nibelungen-Festspiele haben in Worms eine lange Tradition, die 2002 begann. Jedes Jahr wird diese große deutsche Erzählung lebendig und zieht Zuschauer aus nah und fern an. Der historische Ort, an dem das Stück aufgeführt wird, ist nicht nur ein schöner Anblick, sondern auch ein Teil der Geschichte selbst – der Streit der Königinnen spielt auf der Nordseite des Doms, wo die Bühne steht. Es ist, als ob die Geister der Vergangenheit uns zuschauen und die Geschichten von Verrat und Untergang lebendig werden lassen.

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Die Spielzeit beträgt rund drei Stunden, inklusive einer Pause, in der man die frische Luft genießen und sich über das Gehörte austauschen kann. Alle Vorstellungen sind bereits ausverkauft, was wohl für die hohe Qualität und die Beliebtheit dieser Festspiele spricht. Sozusagen ein Muss für alle Theaterliebhaber und Nibelungen-Fans!

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