Der Zug in die Kostenfalle: Was die neuen Trassenpreise für den Berliner Regionalverkehr bedeuten
Heute ist der 20.07.2026, und die Situation im Regionalverkehr zwischen Berlin und Brandenburg wird immer komplizierter. Die Trassenpreise, also die Gebühren, die Verkehrsunternehmen für die Nutzung des Schienennetzes entrichten müssen, sollen stark steigen. Und das, meine Damen und Herren, hat weitreichende Folgen. Berlin und Brandenburg rechnen mit jährlichen Mehrkosten im dreistelligen Millionenbereich. Das ist kein Pappenstiel!
Beobachter warnen bereits vor massiven Zugstreichungen, und das ist wirklich besorgniserregend. Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach hat die Alarmglocken läuten lassen und plant rechtliche Schritte gegen die neuen Trassenpreise. Er prüft sogar, ob er Eisenbahnunternehmen bei Klagen unterstützen kann – und das könnte bedeuten, dass Brandenburg selbst ebenfalls Rechtsmittel einlegt. Man fragt sich, was das für den Regionalverkehr bedeutet, der doch für die Hauptstadt-Region unverzichtbar ist. Schließlich befördert die S-Bahn Berlin fast ein Viertel aller DB-Fahrgäste.
Die Hintergründe der Preissteigerungen
Aber warum das ganze Theater? Der Bund überweist zwar Regionalisierungsmittel, die sind aber alles andere als üppig. Ein Drittel dieser Mittel ist bereits für Schienen- und Stationsnutzung eingeplant. Laut Bund durften die Entgelte für den Regionalverkehr nur um 1,8 % jährlich steigen, was die Kosten für Fern- und Güterzugbetreiber in die Höhe trieb. Ein Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Köln hat nun die Frage aufgeworfen, ob diese Regelung rechtens ist. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am 19. März 2026 entschieden, dass die Preisbremse unvereinbar mit dem Europarecht ist. Das hat das Potenzial, die Situation noch weiter zu verschärfen.
Schätzungen zufolge könnte Brandenburg jährliche Mehrkosten von 60 bis 70 Millionen Euro haben. Für Berlin wird ein Risiko von 25 bis 30 Millionen Euro für dieses Jahr prognostiziert. Zusammen könnten die Mehrkosten also über 100 Millionen Euro pro Jahr betragen – und das ist, gelinde gesagt, eine enorme Summe. Was wir da erleben, könnte, so befürchten Experten, zu höheren Ticketpreisen und weniger Verbindungen führen. Die Verkehrsbetriebe sind in Alarmbereitschaft. Wer möchte schon ewig auf den nächsten Zug warten?
Die Reaktionen der Verantwortlichen
Das Bundesverkehrsministerium hat bereits angekündigt, dass eine Reform des Trassenpreissystems auf dem Tisch liegt. Diese soll im kommenden Jahr in Kraft treten, und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Doch die Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen und Bayern haben ebenfalls ihre Bedenken geäußert. Sie sorgen sich um steigende Ticketpreise und mögliche Angebotskürzungen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) warnt sogar vor massiven Einstellungen von Regionalzug-Verbindungen, was die Situation noch düsterer erscheinen lässt.
Brandenburg plant, trotz der angespannten Lage, derzeit keine Kürzungen im S-Bahn- und Regionalverkehr. Crumbach sieht eine Klage als Chance für eine grundlegende Änderung der Eisenbahnfinanzierung. Die Frage, die im Raum steht, ist: Wird der Bund den Anstieg der Trassenpreise dämpfen oder zusätzliche Regionalisierungsmittel bereitstellen? Angesichts der Sparzwänge scheint das allerdings mehr als fraglich.
Das Thema wird bei der nächsten Verkehrsministerkonferenz auf die Agenda gesetzt. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird und ob die Fahrgäste wirklich mit höheren Ticketpreisen und längeren Wartezeiten rechnen müssen. Man könnte sagen, der Zug ist noch nicht abgefahren, aber die Weichen stehen schon mal auf Veränderung.
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