Der Gerichtsprozess gegen Daniela Klette, die als ehemalige RAF-Terroristin in die Schlagzeilen geriet, hat in den letzten Wochen hohe Wellen geschlagen. Die Verhandlung vor dem Landgericht Verden neigt sich dem Ende zu. Am Dienstag, den 10. Mai 2026, um 10:00 Uhr, werden die Plädoyers der Nebenklage und der Verteidigung erwartet. Klette selbst plant, eine eigene Verteidigungsrede zu halten – das könnte spannend werden. Eine Art letzte Chance für sie, sich im Gerichtssaal zu präsentieren und ihre Sicht der Dinge darzulegen.

Klette wurde im Februar 2024 in ihrer Berliner Wohnung festgenommen und steht seit März 2025 in Niedersachsen vor Gericht. Die Anklage ist schwerwiegend: Gemeinsam mit Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub soll sie zwischen 1999 und 2016 maskiert und teils schwer bewaffnet Geldtransporter und Supermärkte überfallen haben. Insgesamt hat die Bande mehr als 2,7 Millionen Euro erbeutet, um ihr Leben im Untergrund zu finanzieren. Ein gewaltiges Ausmaß an Kriminalität, das die Staatsanwaltschaft nicht auf sich beruhen lassen kann. Sie fordert 15 Jahre Haft für Klette wegen versuchten Mordes, schweren bandenmäßigen Raubes und Verstößen gegen Waffengesetze.

Der Prozess und die Vorwürfe

Die Staatsanwältin beschreibt Klette als „Schwerverbrecherin“, die „ohne Rücksicht auf Verluste“ handelte. Während des gesamten Prozesses zeigte Klette keine Reue, was die Wogen im Gerichtssaal nur weiter aufpeitschte. Es scheint, als ob das Gericht nach einem klaren Standpunkt sucht, um ein Zeichen gegen die organisierte Kriminalität zu setzen. Interessanterweise hat das Gericht den Mordvorwurf gegen Klette fallen gelassen, was in Anbetracht der Schwere der anderen Vorwürfe fast wie ein kleiner Lichtblick erscheinen mag.

Garweg und Staub, ihre Komplizen, sind übrigens noch immer auf der Flucht. Es ist schon ein bisschen absurd, dass Klette allein vor Gericht steht, während ihre Komplizen weiterhin im Schatten leben. Klette bleibt bis zur rechtskräftigen Verurteilung in Untersuchungshaft. Diese Ungewissheit, die in der Luft liegt, ist für sie sicherlich nicht leicht zu ertragen. Man fragt sich, wie es für sie sein muss, in dieser angespannten Situation zu verweilen.

Ein Blick auf die organisierte Kriminalität

Doch Klette ist nicht die einzige, die die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zieht. Laut dem aktuellen Lagebild zur Organisierten Kriminalität in Deutschland, veröffentlicht vom Bundeskriminalamt (BKA) für das Jahr 2024, ist die Anzahl der Ermittlungsverfahren auf 647 angestiegen. Das ist der zweithöchste Wert der letzten zehn Jahre. Über 260 Verfahren betreffen die Rauschgiftkriminalität, während auch Wirtschaftskriminalität, Steuer- und Zolldelikte nicht zu vernachlässigen sind. Die Gewaltanwendung im öffentlichen Raum nimmt ebenfalls zu, und die Sicherstellung von rund 420 Schusswaffen im vergangenen Jahr spricht Bände.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die zunehmende Rekrutierung von Minderjährigen für Straftaten über soziale Netzwerke und Gaming-Plattformen ist ein weiteres, alarmierendes Phänomen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bezeichnet die organisierte Kriminalität als große Bedrohung für den Rechtsstaat. Klette und ihr Fall sind nur ein kleiner Teil eines viel größeren Problems, das die Gesellschaft erschüttert. Während sie im Gericht sitzt und auf ihr Schicksal wartet, stellt sich die Frage: Wie viele weitere Daniela Klette gibt es da draußen?