Heute ist der 19.07.2026 und Berlin dreht sich um ein aufregendes Thema: die Erweiterung des UNESCO-Welterbes. Der Ort der Entscheidungsfindung? Busan in Südkorea. Dort wird vom 23. bis zum 29. Juli 2026 beraten, ob die Waldsiedlung Zehlendorf, auch bekannt als „Papageiensiedlung“, als Teil der bereits anerkannten „Siedlungen der Berliner Moderne“ in die Liste aufgenommen wird. Das wäre ein echter Grund zur Freude für die Stadt, die mit dieser Bauhaus-Siedlung einen wichtigen Beitrag zum sozialen Wohnungsbau geleistet hat.

Die Waldsiedlung Zehlendorf, die vor rund 100 Jahren errichtet wurde, ist die größte unter den Siedlungen der Berliner Moderne und erfreut sich einer bemerkenswerten Erhaltung. Ein Highlight in dieser Siedlung ist die Ladenstraße im U-Bahnhof Onkel Toms Hütte – ein innovatives Konzept, das für die damalige Zeit wirklich wegweisend war. Sechs Siedlungen dieser Bewegung sind bereits seit 2008 als Welterbe anerkannt, darunter die Hufeisensiedlung in Neukölln und die Großsiedlung Siemensstadt.

Die Entscheidung naht

Über den Antrag zur Aufnahme in die Welterbeliste wird voraussichtlich am 27. Juli entschieden. In den letzten Tagen haben sich die Augen nicht nur auf die Waldsiedlung gerichtet, sondern auch auf Frankreich, das die D-Day-Landungsstrände in der Normandie für die UNESCO nominiert hat. Diese Strände sind nicht nur historisch von Bedeutung, sondern erinnern auch an einen entscheidenden Moment im Zweiten Weltkrieg. Der D-Day, der am 6. Juni 1944 stattfand, spielte eine wesentliche Rolle bei der Befreiung Europas.

Zurzeit gibt es weltweit 1248 registrierte Kultur- und Naturstätten in 170 Ländern. Während Deutschland stolz 52 Kulturerbestätten und 3 Naturerbestätten vorweisen kann, ist erfreulicherweise keine der deutschen Stätten unmittelbar gefährdet. Das sieht anders aus für viele andere Stätten weltweit, die unter den Bedrohungen von kriegerischen Konflikten, Klimawandel und Naturkatastrophen leiden. Aktuell gelten 53 dieser Stätten als gefährdet – das ist ein besorgniserregender Zustand.

Ein Blick in die Zukunft

Die Beratungen in Busan werden spannend, denn mehr als 30 neue Nominierungen werden vom Komitee geprüft. Die Frage, ob die Waldsiedlung Zehlendorf den Sprung auf die begehrte Liste schafft, steht im Raum. Die Berliner haben Grund zur Hoffnung, denn die Siedlung verkörpert nicht nur architektonische Innovation, sondern auch einen wichtigen Teil der sozialen Geschichte der Stadt. Wer weiß, vielleicht wird der 27. Juli ein historischer Tag für die Stadt, an dem ein weiteres Stück Berliner Geschichte gewürdigt wird.

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