In Brandenburg hat sich kürzlich ein kleines, aber bedeutendes Ereignis zugetragen, das die heimische Tierwelt auf den Kopf stellen könnte. Zum ersten Mal wurde ein Nest der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) entdeckt, und die Fachleute sind sofort in Eisenhüttenstadt zur Stelle, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Bisher gab es in Brandenburg keinen Nachweis dieser invasiven Art, die vor allem im Westen Deutschlands verbreitet ist und als ernsthafte Bedrohung für die Artenvielfalt gilt, insbesondere für unsere fleißigen Honigbienen.

Imker Holger Ackermann, der tief in die Materie eingetaucht ist, schätzt, dass im Nest zwischen 50 und 100 Hornissen leben. Er betont, dass es sich nicht um eine „Killer-Hornisse“ handelt, was vielleicht etwas beruhigend wirkt. Doch Vorsicht ist geboten! Die Hornissen verteidigen ihre Nester aggressiv, wenn sie gestört werden. Um die Tiere zu beseitigen, wird eine spezielle Methode angewendet: Kunststoffsäcke werden über das Nest gestülpt, und nach zwei Tagen in einer Tiefkühltruhe sollen die Hornissen tot sein. Die toten Exemplare werden dann genetisch analysiert, um ihren Herkunftsweg zu bestimmen. Ein bisschen wie ein Krimi, nur dass die Akteure keine Menschen, sondern Insekten sind.

Die Bedrohung durch die Asiatische Hornisse

Asiatische Hornissen sind keine Unbekannten mehr in Deutschland. Bis Ende Mai 2026 wurden in Nordrhein-Westfalen über 3.000 Sichtungen registriert, und im Jahr 2025 gab es sogar über 7.000 bestätigte Funde. Das zeigt, wie schnell sich diese Art ausbreitet! Eine Kolonie kann bis zu 1.500 Bienen pro Tag erbeuten – das ist eine ganze Menge, wenn man bedenkt, wie wichtig diese kleinen Tierchen für unser Ökosystem sind. Zudem haben Nester der Asiatischen Hornisse eine beeindruckende Größe und können bis zu 2.000 Individuen enthalten, was fast dreimal so viel ist wie bei heimischen Hornissen.

In Deutschland hat die Asiatische Hornisse keine natürlichen Feinde, was ihr Überleben und ihre Ausbreitung begünstigt. Die Nester befinden sich oft an schwer zugänglichen Orten, wie in Rollladenkästen oder Schuppen. Der NABU warnt eindringlich davor, sich diesen Nestern zu nähern. Am besten meldet man Funde direkt beim NABU oder bei den offiziellen Stellen der Bundesländer. Es gibt zwar keine behördliche Pflicht mehr zur Entfernung von Nestern, doch Grundstückseigentümer müssen die Kosten selbst tragen, was manchmal zu einem Dilemma führen kann.

Ein Blick auf die Wissenschaft

Die Asiatische Hornisse gehört zur Unterfamilie der „Echten Wespen“ (Vespinae) und ist kleiner als die Europäische Hornisse. Ihr dunkler Körper und die gelben Füße machen sie leicht erkennbar. Ein Stich dieser Hornisse ist zwar schmerzhaft, aber nicht gefährlicher als der von ihrer europäischen Verwandten. Auch wenn die Asiatische Hornisse problematisch für die Biodiversität und die Imkerei sein kann, ist sie nicht der Haupttreiber des Artenschwunds. Trotzdem übt sie einen zusätzlichen Druck auf Wildbienen und andere Insekten aus, indem sie sie jagt.

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Die Ausbreitung dieser Art wird durch die Klimakrise begünstigt, und sie bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 80 km pro Jahr. Der erste Nachweis in Deutschland datiert auf das Jahr 2014 in Waghäusel. Die EU hat Vespa velutina 2016 auf die Unionsliste invasiver Arten gesetzt, und seit 2025 wird sie in Deutschland als „etablierte Art“ geführt. Interessanterweise ist sie nicht mit der Asiatischen Riesenhornisse (Vespa mandarinia) zu verwechseln, die in Europa nicht vorkommt.

Das Thema ist komplex und vielschichtig, aber es ist wichtig, aufmerksam zu sein und die Entwicklungen im Blick zu behalten. Jede Sichtung zählt, und je mehr Menschen sich informieren und melden, desto besser können wir die Auswirkungen dieser invasiven Art auf unsere heimische Tierwelt und die Imkerei verstehen und gegebenenfalls entgegenwirken.

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