Das Internationale Congress Centrum (ICC) in Berlin öffnete vom 12. bis 14. September 2023 für Besucher seine Türen. An diesen Tagen wurde die Möglichkeit geboten, das ICC zu besichtigen, das 1975 erbaut und am 2. April 1979 eröffnet wurde. Mit Baukosten von knapp einer Milliarde D-Mark war das ICC das teuerste Bauwerk West-Berlins. Es entwickelt sich zum größten Tagungszentrum Europas und konnte bis zu 5.000 Gäste empfangen. Die erste UN-Klimakonferenz fand dort im März und April 1995 statt. Seit seiner Schließung am 10. April 2014, die aufgrund verschlissener technischer Anlagen und Asbestfunden erfolgte, blieb das Gebäude weitgehend ungenutzt.

In der Vergangenheit wurde das ICC als Unterkunft für Geflüchtete sowie während der Corona-Pandemie als Impfzentrum verwendet. Die letzte Nutzung als Tagungszentrum war am 9. April 2014, und nach langem Warten bietet sich jetzt möglicherweise die letzte Gelegenheit, das ICC im Originalzustand zu besichtigen. Besonders bemerkenswert ist, dass der Saal 2, der bisher geschlossen war, während der Öffnung zugänglich war. Die Website des ICC verzeichnete in der ersten Stunde nach Freischaltung der Freikarten 700.000 Aufrufe, obwohl lediglich 30.000 Tickets verfügbar waren.

Zukunftspläne und Umgestaltungsinitiative

Berlin plant, das ICC an private Investoren abzugeben, und ein Konzeptwettbewerb läuft bis Sommer 2026. Ideen für die zukünftige Nutzung reichen von einem Casino über ein Hotel bis hin zur Wiederbelebung als Tagungszentrum. Roland Böving leitet eine Initiative zur Umgestaltung des ICC, deren Ziel die Schaffung einer Klimahülle ist, die das ICC energieautark machen soll.

Diese Klimahülle könnte das ICC mit Charlottenburg durch einen Park verbinden. Unterstützung erhält das Projekt von der Politik, der Architektin Ursulina Schüler-Witte sowie dem Denkmalschutz, da das ICC seit September 2019 auf der Berliner Denkmalliste steht. Die Debatte über die künftige Nutzung ist jedoch gespalten. Der Messe-Chef Christian Göke äußerte, dass das ICC für das Geschäft schlecht sei und Berlin dringend neue Kongressflächen benötige.

Nachhaltigkeit im Fokus

Die geplante Klimahülle des ICC soll aus ETFE-Membranen bestehen, die eine natürliche Belüftung ermöglichen. Darüber hinaus ist die Schaffung der größten Elektrotankstelle Europas für über 300 Fahrzeuge vorgesehen. Finanzmittel in Höhe von 200 Millionen Euro sind bereits für die Sanierung bereitgestellt, während 45 Millionen Euro für die Erneuerung der Klimatechnik eingeplant sind. Böving betont die Bedeutung eines umfassenden Konzepts für das ICC, das den Erhalt des Gebäudes als bedeutendes Bauwerk der 70er Jahre in den Vordergrund stellt.

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Die energetische Ertüchtigung bestehender Gebäude gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf die ökologischen Anforderungen. Nachhaltiges Bauen erfordert die Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und soziokultureller Qualität. Der Bausektor trägt erheblich zu klimaschädlichen CO2-Emissionen bei, und es wird erwartet, dass Ökobilanzierungen künftig eine zentrale Rolle in der Bautätigkeit spielen. Denkmalgerechte Instandsetzungen, die die Substanz und das Erscheinungsbild der Gebäude wahren, tragen zudem aktiv zum Klimaschutz bei. Dies wird durch die Notwendigkeit unterstrichen, ressourcenschonende Praktiken zu fördern und Abfall zu vermeiden.