Heute ist der 6.05.2026 und in Berlin-Friedrichshain brodelt die Stimmung. Am Dienstagabend versammelten sich rund 40 bis 60 Personen vor der Uber-Arena, um gegen die Pläne eines Investors zu protestieren. Dieser hat das RAW-Gelände, nur etwa 500 Meter vom Uber-Platz entfernt, gekauft und plant dort den Abriss mehrerer Gebäude, die nicht unter Denkmalschutz stehen, sowie den Bau von zwei Hochhäusern. Der Standort ist für viele Berlinerinnen ein wichtiger kultureller Ort, voller Klubs und Konzert-Locations, die zur einzigartigen Atmosphäre der Stadt beitragen.

Die Organisatoren der Kundgebung, unter ihnen der Architekt Carsten Joost, fordern den Erhalt der bestehenden Gebäude und eine andere Nutzung des Areals. Joost äußerte seine Bedenken bezüglich der Vorstellung von umweltfreundlichen Hochhäusern. „Das ist ein Widerspruch in sich“, meinte er. Er appelliert an die Bezirkspolitik, vor den bevorstehenden Abgeordnetenhauswahlen keine Fakten zu schaffen, die die kulturelle Landschaft Berlins gefährden könnten.

Ein Ort der Kultur und des Lebens

Die Teilnehmerinnen der Kundgebung sind sich einig: Der Verlust des RAW-Geländes würde nicht nur die Clubs und die damit verbundene Kultur bedrohen, sondern auch die Planungssicherheit der Betreiberinnen beeinträchtigen. „Hier ist einfach nicht genug Platz für Wohnungen!“, ruft einer der Anwesenden aus, und die Menge nickt zustimmend. „Es geht hier nicht nur um Gentrifizierung und Verdrängung, sondern auch um die Rechte der Menschen, die unter schlechten Arbeitsbedingungen in der Kreativwirtschaft leiden.“

Die Reaktionen der Passanten waren überwiegend freundlich. Immer wieder hielten Menschen inne, um sich dem Protest anzuschließen oder ihre Unterstützung zu zeigen. „Ich finde es wichtig, dass wir unsere Kultur verteidigen“, sagt eine junge Frau mit einem bunten Banner in der Hand. „Berlin ist nicht nur ein Ort zum Wohnen, sondern auch zum Leben!“

Wichtige Fristen und politische Entscheidungen

Ein weiterer Aspekt, der die Protestierenden beschäftigt, ist die Frist für ein Volksbegehren gegen die LED-Werbung auf dem Uber-Platz, die am 8. Mai endet. Viele Unterschriften fehlen noch, und die Zeit drängt. „Wir müssen jetzt handeln!“, wird ein älterer Herr laut, während er mit seinem Stift in der Luft fuchtelt. „Sonst wird dieser Platz zum Werbeplatz und verliert seine Seele!“

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Der Abend war geprägt von leidenschaftlichen Reden, kritischen Diskussionen und dem gemeinsamen Ziel, den Kulturort RAW zu bewahren. In einer Stadt, die ständig im Wandel ist, bleibt die Frage: Wie viel Platz gibt es noch für unsere kulturellen Wurzeln? Das Geschehen zeigt, dass die Berlinerinnen bereit sind, für das zu kämpfen, was sie lieben. In diesen unruhigen Zeiten ist der Zusammenhalt der Gemeinschaft vielleicht der wichtigste Baustein, um die identitätsstiftende Kultur Berlins zu schützen.