Invest in Germany Summit 2026: Chancen und Herausforderungen für internationale Investoren in Berlin
Am 19. und 20. Oktober 2026 fand in Berlin der erste „Invest in Germany Summit“ der Bundesregierung statt. Ein Event, das nicht nur hohe politische Wellen schlug, sondern auch die Aufmerksamkeit internationaler Wirtschaftsvertreter auf sich zog. Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnete den Gipfel, während Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche das Wort ergriff. Hier ging es um mehr als nur um Zahlen und Statistiken; es ging um die Zukunft Deutschlands als Investitionsstandort und die Stärkung europäischer Unternehmen.
Der Gipfel war ein echter Magnet für Größen der Wirtschaft. Von Larry Fink von BlackRock bis hin zu Jensen Huang von Nvidia – die Liste der Teilnehmer liest sich wie das „Who is Who“ der internationalen Finanzwelt. Workshops und Diskussionen sollten Investitionsmöglichkeiten in Deutschland beleuchten. Die Schwerpunkte lagen auf Künstlicher Intelligenz, Halbleitern, Energie, Infrastruktur und der digitalen Transformation. Es war ein bunter Mix, der vielversprechende Perspektiven für zukünftige Entwicklungen eröffnete.
Protektionismus und Wettbewerb
Ein zentraler Punkt, den DIW-Präsident Marcel Fratzscher in seiner Abschlussrede betonte, war die Notwendigkeit, den deutschen Protektionismus abzubauen. Er warnte eindringlich vor den Risiken, die ein zu stark ausgeprägter Schutz heimischer Unternehmen mit sich bringen kann. „Weniger Bürokratie“ war das Zauberwort – und das sollte für alle gelten: sowohl für deutsche als auch für ausländische Unternehmen. Fratzscher plädierte für höhere öffentliche Investitionen in Forschung, Innovation und Infrastruktur, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. Schließlich, so seine Überzeugung, sei die Stärkung Europas entscheidend. Europa solle der Wirtschaftsstandort der Zukunft werden, nicht nur Deutschland.
Die Bundesregierung hat erkannt, dass es Zeit ist, die Weichen neu zu stellen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bezifferte das Volumen der größten Investitionsprojekte in Deutschland 2026 auf beeindruckende 228,6 Milliarden Euro. Und da kommt auch die internationale Perspektive ins Spiel: Von diesen 228,6 Milliarden Euro entfallen 95,5 Milliarden Euro auf ausländische Unternehmen. Ein klares Zeichen, dass Deutschland für internationale Investoren attraktiv bleibt.
Die Forderungen der Verbände
Bei einer Pressekonferenz stellten der Bundesverband Beteiligungskapital (BVK) und der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) ein Forderungspapier vor. „Privates Kapital braucht wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und Verlässlichkeit“ – so die klare Botschaft. Sechs Handlungsfelder wurden definiert, darunter die Erleichterung der Unternehmensfinanzierung und die Schaffung international wettbewerbsfähiger Steuerregeln. Ulrike Hinrichs, Vorstandssprecherin des BVK, forderte eine gesetzliche Klarheit bei Steuerfragen. Denn ohne klare Regeln wird es schwer, internationales Kapital zu gewinnen.
Der Zusammenhang zwischen Investitionen und dem Wohnraumbedarf wurde ebenfalls thematisiert. Investitionen in innovative Technologien schaffen Arbeitsplätze und damit auch einen zusätzlichen Bedarf an Wohnraum. Aygül Özkan vom ZIA forderte deshalb einen „Investitionsbooster“ für den Wohnungsneubau, um den steigenden Bedarf zu decken. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 2025 wurden rund 206.600 Wohnungen fertiggestellt – der Bedarf liegt jedoch laut Immobilienwirtschaft bei etwa 257.400 Wohnungen jährlich.
Internationale Investitionen im Fokus
Die Zahlen der ausländischen Investitionen geben Aufschluss über die aktuelle Lage: 2025 investierten ausländische Unternehmen rund 86 Milliarden Euro in Deutschland, was einem Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das ist ein erfreuliches Signal, besonders nach dem Rückgang von fast 32 Prozent im Jahr 2024. Die Herkunft des Kapitals hat sich ebenfalls verändert: Während US-Unternehmen weniger investierten, stiegen die Investitionen aus dem Vereinigten Königreich um satte 284 Prozent.
Das alles zeigt, dass Deutschland trotz Herausforderungen auf dem internationalen Parkett nicht an Bedeutung verloren hat. Die Weichen sind gestellt, um sowohl nationale als auch internationale Investoren zu überzeugen. Jetzt ist es an der Zeit, diese Chancen zu nutzen und die gewünschten Veränderungen in die Tat umzusetzen. Berlin hat sich als Schauplatz für diese wichtige Diskussion etabliert, und das ist erst der Anfang.
