Am Samstag, den 20. September 2025, wurden in Berlin-Tegel vier Stolpersteine für die Familie Fainberg verlegt. Die Zeremonie fand vor dem Haus Schlieperstraße 40/41 statt und wurde von der Stolperstein-Initiative Reinickendorf organisiert. Angehörige der Familie Fainberg reisten aus den USA an, um an diesem wichtigen Gedenktag teilzunehmen.

Die Stolpersteine erinnern an die brutalen Verfolgungen, die die Familie im Zuge der nationalsozialistischen Entrechtung erlebte. Im Jahr 1935 wurde ihnen die deutsche Staatsangehörigkeit entzogen und schließlich ein Aufenthaltsverbot in Deutschland erteilt. Joseph Fainberg und seine Frau Rebecca flohen am 22. Juni 1941 aus Deutschland, nur einen Tag nach dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion. Der beschwerliche Fluchtweg führte sie über Frankreich, Spanien und Portugal (Lissabon) nach Casablanca und schließlich in die USA. Währenddessen flohen ihre Söhne Benjamin und Alexander nach England; Benjamin emigrierte später ebenfalls in die USA, während Alexander dort blieb.

Stolpersteine als Mahnmal

Die Stolpersteine, die in die Gehwege eingelassen sind, sind 10 cm große Betonwürfel mit einer Messingplatte, auf der die Namen und Lebensdaten von Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung eingraviert sind. Dieses Projekt wurde 1992 von dem Künstler Gunter Demnig initiiert und hat sich seitdem zum größten dezentralen Denkmal der Welt entwickelt. Bis Juni 2023 wurden bereits über 100.000 Stolpersteine verlegt. Sie dienen nicht nur als Erinnerung an jüdische Opfer des Holocaust, sondern auch an Sinti, Roma, Homosexuelle und viele andere Verfolgte und stehen synonym für das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus.

Die Bedeutung der Stolpersteine liegt darin, den Menschen, deren Leben durch die nationalsozialistische Gewalt beendet wurde, ein sichtbareres Gedächtnis zu geben. Das oft zufällige Entdecken der Steine im Alltag soll das Gedenken in das Leben der Menschen integrieren und zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit anregen. Auch die Verlegung der Stolpersteine wird oft von Gedenkveranstaltungen begleitet, bei denen Bürger und Angehörige teilnehmen, wie es auch bei der Familie Fainberg der Fall war.

Die Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner nahm ebenfalls an der Gedenkveranstaltung teil. Der Kontakt zur Stolperstein-Initiative wird durch Carsten A. Baum hergestellt, der eine Ansprechpartner für Interessierte ist. Die Finanzierung der Stolpersteine erfolgt hauptsächlich durch Spenden, was die Bedeutung der Unterstützung in der Gemeinschaft unterstreicht.

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