Heute ist der 14.05.2026, und während ich hier im pulsierenden Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg sitze, wird mir klar, wie wichtig es ist, über die kleinen, unsichtbaren Gefahren zu sprechen, die uns beim Verweilen in der Natur begegnen können – wie Zecken. Ein Autor, der kürzlich die Rettungsstelle am Urban-Krankenhaus aufsuchte, bemerkte eine Zecke in seinem Oberschenkel, die nicht nur Juckreiz und Schwellungen verursachte, sondern auch die Möglichkeit von Borreliose mit sich brachte. Das klingt nach einer kleinen, aber fiesen Plage, die uns in der warmen Jahreszeit in den Parks und Wäldern begleitet.
In Berlin gibt es über 30 Rettungsstellen, und jährlich werden hier Hunderttausende Menschen behandelt. Im Jahr 2024 lag die Zahl der ambulanten Notfallbehandlungen in der Stadt bei 208 pro 1000 Einwohner – das ist über dem Bundesschnitt von 156! Hochgerechnet entspricht das etwa 800.000 Behandlungen, was die enorme Belastung der Gesundheitseinrichtungen verdeutlicht.
Die Rettungsstelle als erster Anlaufpunkt
Immer mehr Menschen suchen direkt die Rettungsstelle auf, auch wenn ihre Beschwerden oft ambulant behandelt werden könnten. Überfüllte Wartebereiche und lange Wartezeiten sind die Folge, besonders zwischen 11 und 21 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen. Der Autor wartete im Wartebereich und beobachtete eine bunte Mischung von Menschen mit den unterschiedlichsten Beschwerden. Sicherheitsmitarbeiter waren präsent, um die Situation zu beruhigen, während Pflegekräfte und Ärzte konzentriert, aber ohne Hektik arbeiteten. Schließlich wurde er in einen Behandlungsbereich geführt. Die Zecke wurde mit einer Pinzette entfernt, und die Wunde desinfiziert – ein einfacher, aber wichtiger Schritt.
Die Rettungsstelle am Urban-Krankenhaus behandelt jährlich rund 50.000 Patienten, und die Tendenz ist steigend. Berlin wächst und altert, während Hausärzte und Therapieplätze in der Stadt fehlen. Das führt zu einem hohen Patientenaufkommen – ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist.
Zecken und ihre Gefahren
Zecken sind nicht nur lästig, sie können auch gefährliche Krankheiten übertragen. Besonders die Hyalomma-Zecken sind in den letzten Jahren in Deutschland aufgetaucht, auch wenn sie hierzulande selten sind. Diese Gattung kann das Krim-Kongo-Virus tragen, welches das Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber verursacht. Komischerweise gelangen diese Zecken als Larven und Nymphen mit Zugvögeln im Frühjahr nach Deutschland. Wissenschaftler schätzen, dass jährlich Millionen von Hyalomma-Larven oder -Nymphen zu uns kommen, während nur zwischen 2 und 20 adulte Exemplare ans Robert Koch-Institut (RKI) geschickt werden.
Das RKI führt laufend molekularbiologische Untersuchungen durch, um mehr über diese Zeckenarten zu erfahren. Adulte Hyalomma-Zecken sind bei Temperaturen ab etwa 12 Grad Celsius aktiv und können sogar in kühleren Wetterlagen auftreten. Das sorgt für eine besondere Aufmerksamkeit, denn es ist unklar, ob sich langfristig eine Population in Deutschland ansiedeln kann. Steigende Temperaturen und geringere Luftfeuchtigkeit könnten die Ansiedlung begünstigen, und das wäre für uns nicht unbedingt ein Grund zum Feiern.
Die Zeckenstiche, die wir in Berlin erleben, sind ein kleiner, aber wichtiger Teil der Gesundheitsversorgung, und die Rettungsstellen sind die ersten Anlaufpunkte für Menschen in Not. Die Situation ist angespannt, aber auch voller Menschlichkeit. Pflegekräfte und Ärzte arbeiten unermüdlich, um den Menschen zu helfen, die sofort Unterstützung brauchen. Das ist eine ganz besondere Leistung, die in unserem hektischen Alltag oft übersehen wird.