Heute ist der 20.06.2026 und die Stimmung in den Straßen von Friedrichshain-Kreuzberg ist immer noch ein bisschen angespannt. Die türkischen Fans, die während der Fußball-Weltmeisterschaft in den letzten Tagen auf ihre Nationalmannschaft gehofft hatten, sind nach dem frühen WM-Aus ziemlich bedrückt. Die Türkei hat sich in der Gruppenphase überraschend gegen Paraguay geschlagen geben müssen und das, obwohl sie in Überzahl spielten. Diese Niederlage hat für viele hier in Berlin, wo etwa 200.000 türkischstämmige Einwohner leben, einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen.

In Köln waren die Kölner Ringe ein zentraler Treffpunkt für die Fans. Die Enttäuschung war greifbar – ein junger Mann sprach von einer echten Blamage. Er war nicht der Einzige: die allgemeine Stimmung war sehr schlecht. Und in Dortmund? Ja, auch dort war’s nicht viel besser. Murat Tingir, der Betreiber des beliebten Cafés Limon, hatte früh geöffnet und erlebte seine erste WM-Teilnahme der Türkei mit viel Hoffnung, die nun in Traurigkeit umgeschlagen ist. Ein Gast bemerkte, dass nur die Nachbarn sich freuen würden – schließlich blieb der Autokorso aus.

Ein Hauch von Stolz

Trotz der herben Niederlage gab es Stimmen, die den Kopf nicht hängen lassen wollten. Eine junge Frau drückte ihren Stolz auf die Türkei aus, auch wenn sie sich im Moment nicht auf die Schulter klopfen kann. „Wir sind stolz auf unsere Mannschaft“, sagte sie. Ja, das ist das Schöne und gleichzeitig Traurige an solchen Turnieren: Man fiebert mit, man leidet mit, und am Ende ist es wie ein Auf und Ab der Gefühle. In vielen Teilen Deutschlands, insbesondere in den NRW-Städten wie Duisburg, Essen und Düsseldorf, wo sich große türkischstämmige Communities versammeln, war der Schmerz ebenfalls zu spüren.

In Düsseldorf äußerte Yusuf Özkan sogar, dass er nun für Deutschland sei und fest daran glaubt, dass die deutsche Mannschaft die WM für sich entscheiden wird. Ein ganz schöner Schwenk, oder? So schnell kann sich die Loyalität ändern, je nachdem, wie die Karten liegen. Na ja, so ist das im Fußball – und nicht nur da, wenn man ehrlich ist!

Ein Blick in die Community

Die deutsch-türkischen Communities in Deutschland sind nicht nur in Berlin und NRW stark vertreten. Auch in Hamburg, im Rhein-Main-Gebiet mit Städten wie Frankfurt und Offenbach, sowie in Stuttgart, Mannheim und München sind sie zahlreich. Das zeigt sich in den vielen Cafés, Restaurants und Kultureinrichtungen, wo man sich versammelt, um gemeinsam zu jubeln – oder zu trauern. Es ist ein Ort der Zusammengehörigkeit, besonders in schweren Zeiten wie diesen. Und trotz der Niederlage bleibt die Hoffnung auf bessere Zeiten. Immerhin, die nächste WM kommt bestimmt!

So schließt sich der Kreis: Die Enttäuschung über das frühe Ausscheiden der Türkei mag groß sein, doch der Stolz auf die eigene Herkunft bleibt. Hier in Friedrichshain-Kreuzberg, zwischen den bunten Graffiti-Wänden und dem Duft von Döner und Baklava, wird man sich weiterhin an die schönen Momente erinnern und die nächsten Herausforderungen annehmen. Vielleicht beim nächsten Mal, wenn das Leder wieder rollt.

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