Der Berliner Senat hat kürzlich einen Antrag der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus abgelehnt, der eine Tempo-30-Zone in der Yorckstraße in Kreuzberg gefordert hat. Das Ziel war klar: der Schulweg für die Kinder der Adolf-Glaßbrenner-Grundschule sollte sicherer werden. Doch die Antwort der Senatsverkehrsverwaltung war ernüchternd. Sie argumentiert, dass der fragliche Abschnitt zwischen Katzbachstraße und Großbeerenstraße kein hochfrequentierter Schulweg sei und lediglich einige Schüler:innen diesen Weg nutzen. Das lässt die Eltern und die Bezirksverwaltung aufhorchen, denn mehr als 100 Kinder überqueren täglich die Yorckstraße auf ihrem Weg zur Schule. Komisch, dass die Polizei bei Geschwindigkeitsmessungen festgestellt hat, dass 99 Prozent der Autos hier zu schnell fahren! Das macht nachdenklich.

Die Unterstützung für den Antrag war stark. Über 1000 Unterschriften wurden von besorgten Eltern gesammelt, um die geforderte Geschwindigkeitsbegrenzung zu unterstützen. Eva Eichenauer, die Antragstellerin der Grünen, warf der Senatsverkehrsverwaltung vor, die Gefahren für die Kinder zu ignorieren. Oda Hassepaß, die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, bezeichnete die Yorckstraße als „stadtbekannte Raserstrecke“. Und mal ehrlich, wenn selbst Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) in einem Interview betont, dass die Sicherheit von Schulwegen höchste Priorität habe, dann fragt man sich, warum hier nicht gehandelt wird.

Neue Möglichkeiten für Tempolimits

Ein Blick auf die geänderte Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung zeigt, dass Bezirke jetzt die Möglichkeit haben, Tempo-30-Zonen auch auf Hauptverkehrsstraßen anzuordnen. Diese Regelung soll dazu dienen, die Schulwege sicherer zu gestalten und die Risiken für Kinder zu minimieren. In Charlottenburg-Wilmersdorf zum Beispiel wird diese Möglichkeit jedoch kaum genutzt. Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger von den Grünen hat sich bereits an Verkehrssenatorin Bonde gewandt und konkrete Schritte gefordert, um die neuen Vorgaben in die Tat umzusetzen. Schließlich gibt es auch in anderen Stadtteilen, wie der Uhlandstraße zwischen Blissestraße und Berliner Straße, Handlungsbedarf. Diese Straße gilt als unübersichtlich und hat ein hohes Fußgängeraufkommen – nicht gerade optimal, wenn man an die Sicherheit der Kinder denkt.

Es ist frustrierend zu sehen, wie der intensive Bring- und Holverkehr vor Schulen und Kitas die Lage zusätzlich verschärft. Die Bezirksverwaltung hat zwar die Voraussetzungen für eine Tempo-30-Zone in der Uhlandstraße erkannt, doch erkennbar ist, dass die Senatsverkehrsverwaltung bisher keine Aktivitäten zur Umsetzung zeigt. Schruoffeneger macht klar, dass es um die grundsätzliche Anwendung der Vorschriften im gesamten Bezirk geht. Tempo 30 soll dort gelten, wo Kinder regelmäßig die Straße queren oder wo viele Fußgänger unterwegs sind. Klingt nach einer vernünftigen Idee, oder?

Die Diskussion um Tempolimits an Schulen und Kitas ist also nicht nur ein Thema für Kreuzberg, sondern betrifft die gesamte Stadt. Es bleibt abzuwarten, ob die neuen Regelungen tatsächlich in der Praxis umgesetzt werden und ob die Sicherheit der Kinder auf den Straßen Berlins endlich ernst genommen wird. Das ist schließlich nicht nur eine politische Frage, sondern eine der Verantwortung gegenüber unseren Jüngsten. Wer möchte schon, dass sein Kind im Straßenverkehr gefährdet wird? Und am Ende sind es die Kinder, die das alltägliche Leben der Stadt prägen – da sollten wir alles daran setzen, ihnen sichere Wege zu ermöglichen.

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