Heute, am 25. Mai 2026, ruft die Berliner Polizei gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft erneut dazu auf, Informationen über die seit dem Jahr 2000 vermisste Sandra Wißmann zu teilen. Es ist Teil der Kampagne „Spurlos Verschwunden“ des Bundeskriminalamtes, die jedes Jahr zum Tag der vermissten Kinder ins Leben gerufen wird. Ein Tag, der uns alle nachdenklich stimmt – nicht nur, weil er uns an die unzähligen vermissten Kinder und Jugendlichen erinnert, sondern auch, weil er ein starkes Zeichen gegen das Vergessen setzt.

Die Geschichte von Sandra Wißmann ist tragisch und wirft viele Fragen auf. Damals, im November 2000, war sie gerade einmal 12 Jahre alt. Am 28. November verließ sie mit ihrer Mutter ihr Zuhause in der Böckhstraße 40 in Berlin-Kreuzberg. Das letzte Mal sah man sie gegen 16:45 Uhr auf dem Kottbusser Damm, als sie in Richtung Landwehrkanal lief – in einer hellblauen, glänzenden Jacke, schwarz-gestreiften Jeans und Stiefeln. Zuvor hatte sie sich um 15 Uhr von ihrer Mutter verabschiedet, um ein Geburtstagsgeschenk zu kaufen. Doch Sandra kam nie zurück. Die Polizei geht von einem Kapitalverbrechen aus, was die Sache umso bedrückender macht.

Die Suche nach Zeugen

Die Ermittler haben klare Fragen: Wer hat Sandra am 28. November 2000 oder danach gesehen? Wer kann etwas über die Umstände ihres Verschwindens erzählen? Vielleicht gibt es ja jemand, der an diesem Tag im Bereich Kreuzberg etwas Auffälliges bemerkt hat – vielleicht ein verdächtiges Ansprechen von Kindern oder andere merkwürdige Beobachtungen. Die Polizei schloss aus, dass sie weggelaufen ist; die Familienverhältnisse seien intakt.

Bereits am Morgen nach ihrem Verschwinden begann eine groß angelegte Suche, an der bis zu 100 Polizisten beteiligt waren. Plakate mit Sandras Foto hingen in Geschäften, auf Deutsch und Türkisch, um möglichst viele Menschen zu erreichen. In den Monaten darauf gingen 165 Hinweise ein – doch keiner führte zu Sandra. Ein trauriger Rekord, der zeigt, wie schnell die Hoffnung schwindet.

Ein Blick auf die Statistiken

In Deutschland gibt es jährlich zehntausende vermisste Kinder und Jugendliche – im Jahr 2025 waren es sogar rund 108.900 Fälle. Fast 98 Prozent kehren wohlbehalten zurück. Doch es gibt immer wieder diese wenigen, die spurlos verschwinden. Der Tag der vermissten Kinder, ins Leben gerufen 1983 in den USA, soll auf diese traurigen Schicksale aufmerksam machen und die Öffentlichkeit sensibilisieren. Es ist ein Aufruf, nicht wegzuschauen.

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Die Kampagne „Spurlos Verschwunden“ hat nicht nur das Ziel, das Bewusstsein zu schärfen, sondern auch betroffenen Familien zu helfen. So kann jeder von uns ein Teil der Lösung sein – Hinweise können an die 5. Mordkommission des Landeskriminalamts in der Keithstraße 30, Berlin-Tiergarten, gegeben werden. Oder man ruft unter der Nummer (030) 4664-911555 an oder sendet eine E-Mail an LKA115-Hinweis@polizei.berlin.de. Auch jede andere Polizeidienststelle oder die Internetwache nimmt Hinweise entgegen. Je mehr Augen und Ohren wir haben, desto größer ist die Chance, dass ein vermisster Mensch wieder gefunden wird.

Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass Geschichten wie die von Sandra Wißmann nicht in Vergessenheit geraten. Jede Information zählt – vielleicht ist es genau der Puzzlestück, das fehlt.