Das Marx-Engels-Forum in Berlin-Mitte, ein historischer Ort, bleibt bis voraussichtlich Ende 2027 eine Baustelle. Während dieser Zeit sind die beeindruckenden Bronzefiguren von Karl Marx und Friedrich Engels nicht zugänglich, was bei vielen Berlinern und Touristen auf großes Bedauern stößt. Der Platz ist von einem Bauzaun umgeben, der mit Warnschildern versehen ist, die das Betreten der Baustelle untersagen. Die Umgestaltung des 7,2 Hektar großen Freiraums zwischen Fernsehturm, Marienkirche, Rotem Rathaus und Spree ist seit dem ersten Spatenstich im Juni 2023 in vollem Gange.

Die Neugestaltung basiert auf Ergebnissen eines internationalen Wettbewerbs und verfolgt das Ziel, das Forum zu einem beliebten Ort für Berliner zu machen, wie Verkehrs- und Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) betont. Aktuell sind die Erdarbeiten für die Treppen- und Rampenanlage bereits abgeschlossen, und der Unterbau für diese Anlage ist in Arbeit. Zudem wurden historische Keller- und Grundmauern, die während der archäologischen Untersuchungen freigelegt und dokumentiert wurden, abgetragen.

Archäologische Entdeckungen und ihre Bedeutung

Die archäologischen Untersuchungen, die parallel zu den Erdarbeiten stattfinden, sind besonders faszinierend. Sie haben Überreste früherer Bebauung im Untergrund zutage gefördert, darunter Keller- und Grundmauern ehemaliger Wohnhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Diese Überreste werden nach der Neugestaltung nicht mehr sichtbar sein, was die Bedeutung der aktuellen Grabungen unterstreicht. So wird das Gebiet, das auf dem Verlauf der früheren Burgstraße liegt, durch die Neugestaltung des Marx-Engels-Forums nicht nur städtebaulich aufgewertet, sondern auch archäologisch erforscht und dokumentiert.

Die archäologischen Arbeiten werden unter der Leitung des Landesdenkmalamts Berlin durchgeführt. Dokumentiert werden die Funde nicht nur fotografisch, sondern auch digital, einschließlich der Erstellung von 3D-Modellen. Ein großer Teil der Strukturen wird entfernt, um Platz für die neue Uferanlage zu schaffen. Die Neugestaltung umfasst auch Maßnahmen wie neue Wegeführungen, barrierefreie Zugänge und moderne Freizeitangebote, die den öffentlichen Raum bereichern sollen.

Investitionen und zukünftige Pläne

Die Investitionen für die Neugestaltung belaufen sich auf rund 34 Millionen Euro, wobei die Finanzierung aus dem Förderprogramm „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ und Landesmitteln stammt. Im Sommer 2024 sollen die Bauarbeiten für einen neuen Spielbereich von rund 2.300 Quadratmetern an der Rathausstraße beginnen. Gleichzeitig wird im Herbst 2024 mit den Arbeiten an neuen Wegen im Marx-Engels-Forum begonnen.

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Die Umgestaltung verdeutlicht die Überlagerung von Geschichte, Stadtplanung und öffentlichem Raum. Historische Spuren werden im neuen „Rathausforum“ voraussichtlich nicht mehr sichtbar sein, jedoch bleibt die Erinnerung an die Vergangenheit durch die dokumentierten Funde lebendig. Die Integration archäologischer Relikte in die Stadtentwicklung ist ein bedeutendes Thema, das auch in der Tagung des Investitionsprogramms Nationale UNESCO-Welterbestätten 2012 in Lübeck behandelt wurde. Hierbei wurde die Rolle der Archäologie für die integrierte Stadtentwicklung hervorgehoben, die auch in Berlin durch die aktuellen Grabungen belegt wird.

Mit der geplanten Neugestaltung des Marx-Engels-Forums zeigt Berlin, wie wichtig es ist, Geschichte und moderne Stadtplanung miteinander zu verbinden. Der öffentliche Raum wird durch neue Wegführungen, archäologische Pfade und Informationen über das archäologische Erbe bereichert, was nicht nur für die Stadtentwicklung von Bedeutung ist, sondern auch für die Identität der Stadt und ihrer Bewohner.