Am 6. Oktober 2025 wurde bekannt, dass der Fennsee in Charlottenburg-Wilmersdorf ökologisch aufgewertet wird. Diese Maßnahmen sind notwendig, da der See aufgrund seiner steilen Ufer und fehlender Flachwasserzonen ökologisch verarmt ist. Im Rahmen des Projekts werden neue Flachwasserzonen angelegt und mit heimischen Wasserpflanzen bepflanzt. Begleitend dazu erfolgt die Entfernung einer großen Menge von Wasserpflanzen, die massenhaft im Gewässer auftreten. Diese Entnahme soll den ökologischen Zustand des Sees verbessern, indem sie überschüssige Nährstoffe entfernt und somit die Wasserqualität steigert. Die umfangreichen Arbeiten am Fennsee sollen bis Dezember 2025 dauern und sind Teil des Kleingewässerprogramms der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Es ist außerdem entscheidend, die neu angelegten Flachwasserzonen und Pflanzen nicht zu betreten. Zur Reinigung des Uferbereichs wird zudem Müll entfernt.

Die derzeitigen Maßnahmen konzentrieren sich vor allem auf den östlichen Teil des Fennsees, wo das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf neue Verfahren zur Verbesserung der Wasserqualität implementiert hat. Ein zentrales Ziel dieser Initiativen ist die Reduzierung der Geruchsbelästigung, die durch Faulgase verursacht wird. Faulgase entstehen durch die Zersetzung von organischem Material, wofür der hohe Sauerstoffverbrauch verantwortlich ist. Besonders bei Starkregen gelangen Schmutz und Laub über die Regenwasserkanalisation in den See, wodurch schädliche Substanzen eingeführt werden. Dies gefährdet das Überleben der Fischpopulationen im Gewässer.

Innovatives Verfahren zur Wasserqualitätsverbesserung

Um die Probleme der Sauerstoffversorgung zu bekämpfen, wird eine spezielle Anlage mit Belüftern, Messgeräten und Dosierstationen installiert. Diese Technik ermöglicht eine flexible Reaktion auf Wetteränderungen. In diesem Sommer stellten die Verantwortlichen erfreulicherweise fest, dass trotz zahlreicher Starkregenereignisse keine Geruchsprobleme auftraten. Umweltstadtrat Oliver Schruoffeneger äußerte sich positiv über diese Entwicklungen, hob jedoch die begrenzten Ressourcen im Gewässerschutz hervor und wies auf die Notwendigkeit umfangreicherer Maßnahmen für langfristige Lösungen hin.

Laut umweltbundesamt.de haben nur etwa 26 % der Seen in Deutschland einen „sehr guten“ oder „guten“ ökologischen Zustand. Mehr als ein Drittel der Seen wird als „unbefriedigend“ oder „schlecht“ klassifiziert. Eutrophierung, die durch übermäßige Nährstoffeinträge verursacht wird, ist eine der Hauptursachen hierfür. Trotz der in den letzten 30 Jahren erzielten Reduktionen bei Phosphoreinträgen bleibt die Phosphorbelastung zu hoch, was zu Algenblüten und sinkenden Sauerstoffwerten führt. Um die Wasserqualität zu verbessern, müssen externe Nährstoffbelastungen dauerhaft verringert werden, was in den gegenwärtigen Maßnahmen am Fennsee einen ersten Schritt darstellt.