In Berlin-Spandau erfreuen sich ältere Bürgerinnen und Bürger, die ihren 90. Geburtstag oder älter feiern, über einen besonderen Besuch vom sogenannten „Gratulationsdienst“ des Rathauses. Ehrenamtliche bringen Blumen, Schokolade und einen mit dem Rathaus-Stempel versehenen Brief mit und sorgen damit für kleine Feierlichkeiten. Bei diesen Besuchen, wie Tagesspiegel berichtet, wird oft Kaffee und Sahnetorte serviert, was die Treffen besonders gemütlich macht. Gregor Kempert, der Sozialstadtrat von Spandau, beschreibt das Ehrenamt als eine „erfreuliche und dankbare“ Aufgabe. Allerdings wird in diesem Zusammenhang auf ein bestehendes Problem hingewiesen, das jedoch nicht näher erläutert wird.

Das Ehrenamtsbüro in Spandau spielt dabei eine zentrale Rolle, indem es die verschiedenen Facetten des Engagements im Bezirk thematisiert. So zeigt eine aktuelle Überprüfung, dass etwa ein Drittel der Stadtbevölkerung freiwillig in sozialen Aufgaben aktiv ist. Die Tätigkeiten im Freiwilligenfeld sind vielfältig und umfassen unter anderem die Geflüchtetenhilfe, Wasserrettung, Essensausgaben, Sprachcafés sowie den Gratulationsdienst und die Stadtteilzeitung. Benjamin Schneider, der Leiter des Ehrenamtsbüros, hebt die emotionale und gemeinschaftliche Dimension des Ehrenamts hervor, während ein Podcast mit dem Titel „Tausend und ein Ehrenamt – Emotional, Ereignisreich, Spandau“ über die Erfahrungen ehrenamtlicher Personen aufklärt. Der Podcast zielt darauf ab, den „Unsichtbaren“ im Ehrenamt eine Plattform zu bieten.

Ehrenamt als gesellschaftliche Säule

Das Ehrenamt ist in Deutschland eine wesentliche Säule einer aktiven Gesellschaft. Wie Statista erklärt, engagierten sich im Jahr 2025 rund 16,9 Millionen Menschen ehrenamtlich. Diese freiwilligen, unbezahlten Tätigkeiten zum Wohle der Gemeinschaft sind oft in Organisationen oder Vereinen verankert und fördern ein starkes Gemeinschaftsgefühl vor Ort.

Die Beteiligungsquote an organisierter Freiwilligenarbeit lag im Jahr 2024 bei 27,5 Prozent in Deutschland, was eine positive Entwicklung darstellt, besonders im Vergleich zu Nachbarländern wie der Schweiz und Österreich. Ehrenamtliches Engagement ist besonders verbreitet in Sportvereinen, der Freiwilligen Feuerwehr, Kirchen und Wohltätigkeitsorganisationen. Dabei sind häufig Erwachsene im mittleren oder höheren Alter aktiv, während junge Menschen unter 27 Jahren Freiwilligendienste als bewusste Auszeit zwischen Schule und Berufsleben leisten.

Die Möglichkeiten, sich im Ehrenamt zu engagieren, sind vielseitig. Dienste wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) oder der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) bieten Jugendlichen wertvolle Erfahrungen. Dabei erhalten sie oft Aufwandsentschädigungen in Form von Taschengeld, doch der Fokus liegt auf der persönlichen Entwicklung und dem Einsatz für die Gesellschaft. Der Bundesfreiwilligendienst, etabliert seit 2011, steht allen Altersgruppen offen, und gerade jetzt gibt es Debatten über die Einführung eines verpflichtenden Gesellschaftsjahres für junge Erwachsene. Der Staat setzt dabei weiterhin auf die intrinsische Motivation der Freiwilligen.