Der stille Killer der Sommerhitze: Wie Berlin mit den extremen Temperaturen umgehen kann
Die Sonne brennt über Berlin, und die Temperaturen steigen über die 30-Grad-Marke. In den kommenden Tagen wird es richtig heiß, und das ist nicht nur ein Grund, die Eisdiele um die Ecke zu besuchen. Hitze ist ein ernstes Gesundheitsrisiko, insbesondere für die besonders verwundbaren Gruppen in unserer Gesellschaft – ältere Menschen, Kinder, Schwangere und diejenigen mit Vorerkrankungen. Epidemiologin Alexandra Schneider warnt: Hitze zählt zu den gefährlichsten umweltbedingten Gesundheitsrisiken. Das klingt dramatisch, ist es aber auch.
Die körperlichen Folgen sind oft gravierend. Niedriger Blutdruck und ein erhöhter Herzschlag sind nur die Spitze des Eisbergs. Für Herzpatienten, Menschen mit Nieren- oder Lungenerkrankungen, Diabetes und neurologischen Erkrankungen kann die extreme Hitze sogar lebensbedrohliche Konsequenzen haben. Ältere Menschen sind besonders gefährdet, da sie oft nicht mehr so gut mit Hitze umgehen können. Wer allein lebt oder in höheren Etagen wohnt, hat es ebenfalls schwerer. Schwangere Frauen und Kinder sind ebenfalls in der Risikogruppe. Die Übersterblichkeit, die durch Hitze verursacht wird, wird vom Robert Koch-Institut erfasst – im letzten Jahr starben schätzungsweise 2.500 Menschen in Deutschland hitzebedingt.
Der stille Killer
Hitze wird nicht umsonst als „stiller Killer“ bezeichnet. Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sind die häufigsten hitzebedingten Todesursachen. Und es sind nicht nur die physischen Symptome, die uns zu schaffen machen. Die psychische Gesundheit leidet ebenfalls unter der drückenden Hitze, was sich in Konzentrationsschwierigkeiten und Reizbarkeit äußern kann. Das Gefühl, in einer Sauna gefangen zu sein, während sich die Luft nicht mehr bewegt, ist alles andere als angenehm. Tropische Nächte mit Temperaturen über 20 Grad gelten als besonders belastend.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für diesen Sommer eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von 62 % für mehr heiße Tage im Zeitraum von Juni bis August 2023 prognostiziert. Sozusagen ein heißes Comeback im Vergleich zu den letzten Jahren. Diese Erwärmung ist Teil eines größeren Trends: Deutschland hat sich durch den Klimawandel um etwa 2,5 Grad erwärmt. Und wir merken die Auswirkungen.
Prävention und Hitzeaktionspläne
Was tun wir also gegen die Hitze? In Deutschland sind Länder und Kommunen für Hitzemaßnahmen und die Erstellung von Hitzeaktionsplänen zuständig. Das Ziel dieser Pläne ist es, die Bevölkerung besser auf Hitzephasen vorzubereiten und sie zu schützen. Die Handlungsempfehlungen, die 2017 von Bund und Ländern erarbeitet wurden, basieren auf einer WHO-Leitlinie und umfassen acht Kernelemente. Das klingt vielleicht etwas trocken, doch die Maßnahmen sind vielfältig: von neuen Konzepten der Stadtgestaltung, mehr Stadtgrün, bis hin zu Informationskampagnen und speziellen Handlungsabläufen in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen.
Immer mehr Bundesländer und Kommunen implementieren ihre eigenen Hitzeaktionspläne, um die Menschen vor den Gefahren der Hitze zu schützen. Das ist ein wichtiger Schritt, denn der Klimawandel führt nicht nur zu einer Temperaturzunahme, sondern auch zu einem deutlichen Anstieg der Sterbefälle während Hitzewellen. Die letzten 30 Jahre waren geprägt von acht der zehn heißesten Sommer seit 1881.
Aufmerksamkeit und Handlungsbedarf
Die bisherigen Maßnahmen – Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Handlungsempfehlungen – sind ein Anfang, dennoch bleibt noch viel zu tun. Das Bewusstsein für gesundheitliche Hitzeschutzmaßnahmen wächst zwar, aber wir müssen weiter handeln und forschen. Hitze kann bestehende Erkrankungen verschlimmern und schwerwiegende Nebenwirkungen bei zahlreichen Medikamenten auslösen.
Die kommenden Tage werden zeigen, wie gut wir mit der Hitze umgehen können. Trinken, viel trinken (500-700 ml pro Stunde), ist ein absolutes Muss! Wohnungen sollten kühl gehalten werden, Verdunklung und nächtliches Lüften können hier Wunder wirken. Und auch wenn die Hitze einen gewissen Charme hat, sollten wir nicht vergessen, dass wir gut auf uns und unsere Mitmenschen aufpassen müssen. Denn wie gesagt, Hitze ist kein Spaß – sie kann bei uns allen ihre Spuren hinterlassen.
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