Der gefährliche Trend der Jugend: Bonesmashing und die Schatten der Manosphere in Berlin
Heute ist der 28.06.2026 und wir befinden uns in Berlin, wo ein besorgniserregender Trend unter Jugendlichen um sich greift. Man könnte meinen, dass TikTok nur für Tanzvideos und lustige Clips gut ist, doch die Realität sieht anders aus. Der 15-jährige Elias hat sich dem Social-Media-Trend „Bonesmashing“ verschrieben. Was sich zunächst wie ein harmloser Spaß anhört, verwandelt sich schnell in eine gefährliche Angelegenheit, denn Elias schlägt sich dabei mit einem Hammer ins Gesicht. Ja, richtig gehört! Der Glaube, kleine Frakturen würden zu einem markanteren Aussehen führen, hat in den Köpfen vieler Jugendlicher Fuß gefasst. Und Elias ist kein Einzelfall! Er verbringt täglich bis zu acht Stunden auf TikTok, wo er sich Videos aus der sogenannten Manosphere ansieht, die ein toxisches Männlichkeitsbild propagiert.
Was im ersten Moment wie ein harmloser Trend klingt, entpuppt sich als Teil eines viel größeren Problems. Der Berliner Pädagoge Maximilian Schneider führt Workshops an Schulen durch, um Jugendlichen zu helfen, ein gesundes Selbstbewusstsein und korrektes Verhalten gegenüber Frauen zu entwickeln. Er hat beobachtet, dass viele Jungen das Gefühl haben, Männer würden in der Gesellschaft benachteiligt. Auf der Suche nach einfachen Antworten auf komplexe Fragen wenden sie sich TikTok zu, wo die Inhalte oft frauenfeindlich sind und toxische Männlichkeitsbilder propagieren. Schockierend, oder? Die Frage ist: Wie kann man in diesem Dschungel von Informationen Orientierung finden?
Toxische Männlichkeit und ihre Folgen
Der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg Jörg Wiltfang hat sich ebenfalls zu diesem gefährlichen Trend geäußert und warnt vor den gesundheitlichen Risiken. Die Behauptungen über Mikrofrakturen, die durch Bonesmashing entstehen sollen, sind seiner Meinung nach äußerst unwahrscheinlich. Und dennoch ist der Reiz, sich durch das Internet ein bestimmtes Bild von Männlichkeit aufzubauen, für viele Jugendliche stark. Besonders besorgniserregend ist, dass die Jugendlichen im Durchschnitt 4,5 Stunden unter der Woche und 6,1 Stunden am Wochenende mit digitalen Medien verbringen. Der TikTok-Algorithmus tut sein Übriges, indem er Inhalte fördert, die an Gefühle wie Einsamkeit und Frustration anknüpfen.
Elias und sein Freund Levin, 17 Jahre alt, sind durch TikTok nicht nur in ihren Verhaltensweisen beeinflusst worden, sondern haben auch ihre Sicht auf Beziehungen und Männlichkeit verändert. Levin hat durch die Workshops gelernt, dass es nicht notwendig ist, jede Situation zu kontrollieren und dass auch Männer Gefühle zeigen dürfen. Schneider betont, wie wichtig es ist, Jugendlichen nicht zu verurteilen, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Denn nur so kann eine positive Veränderung stattfinden.
Die Rolle der Manosphere
Die Manosphere ist ein düsteres Kapitel im Internet, das antifeministische und frauenfeindliche Ansichten verbreitet. Hier finden sich Online-Communities, Blogs und Foren, die toxische Männlichkeitsideale propagieren und Themen wie Männlichkeitscoachings oder Fantasien männlicher Vorherrschaft behandeln. Politikwissenschaftler Dominik Hammer hat die extreme Frauenfeindlichkeit im deutschsprachigen Internet analysiert und festgestellt, dass diese Räume als „sehr zorniger Ort“ gelten, die Einfallstore für Radikalisierung bieten. Das ist nicht nur ein Problem für die betroffenen Jugendlichen, sondern für die gesamte Gesellschaft.
Und während wir über diese besorgniserregenden Entwicklungen sprechen, sollten wir nicht vergessen, dass Frauenfeindlichkeit im Netz ein milieu- und altersübergreifendes Problem ist. Eine Studie hat gezeigt, dass 90% der 13- bis 18-Jährigen soziale Medien zur Informationsbeschaffung nutzen. Das macht die Jugendlichen besonders anfällig für die manipulativen Inhalte der Manosphere. Erschreckend ist auch, dass 26% der Jungen ein Weltbild haben, das von „natürlicher“ männlicher Dominanz geprägt ist. Hier sind nicht nur Bildung und religiöse Fundamentalität entscheidende Faktoren, sondern auch die Suche nach Anerkennung über traditionelle Männlichkeitsnormen.
Auf der Suche nach positiven Vorbildern
Inmitten all dieser Herausforderungen gibt es jedoch auch Lichtblicke. Projekte wie „Hacking the Manosphere“ zeigen, dass es möglich ist, positive Botschaften zu vermitteln, die gegen die toxischen Ideale ankämpfen. Hier wird versucht, Videos im Stil von Männlichkeits-Influencern zu erstellen, die jedoch Werte wie Anstand und Ehrlichkeit propagieren. Kevin Beresford hat die „Dullosphere“ gegründet, um eine Gegenbewegung zur Manosphere aufzuzeigen. Diese Initiativen sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und bieten Jugendlichen eine Alternative zu den schädlichen Inhalten, die sie sonst konsumieren. Denn letztendlich sind es die positiven Vorbilder, die eine neue Generation formen können.
Berlin ist ein Ort, der lebendig ist und in dem sich ständig etwas bewegt. Doch während wir die Straßen durchqueren, sollten wir auch die Herausforderungen im Blick behalten, die unsere Jugendlichen betreffen. Es liegt an uns, ihnen die Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie brauchen, um in dieser komplexen Welt zu navigieren.
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