Unsichtbare Narben: Die stille Last der Veteranen in unserer Gesellschaft
Am 12. Juni 2026 fand in Charlottenburg-Wilmersdorf eine besondere Veranstaltung statt. Brandenburgs Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke ehrte anlässlich des Nationalen Veteranentages die Soldatinnen und Soldaten, die für ihr Land gedient haben. Bei einer feierlichen Stunde im Landtag rief sie dazu auf, den Veteranen Dank und Unterstützung zukommen zu lassen. Das Besondere an diesem Tag? Er ist ein Tag der Friedensstifter, ein Anlass, um innezuhalten und die Rolle der Veteranen in der Gesellschaft zu würdigen.
In ihrer Ansprache betonte Liedtke die Notwendigkeit, Frieden zu sichern, zu verteidigen, zu verhandeln und neu zu begründen. Es ist ein eindringlicher Appell, der uns alle zum Nachdenken anregt. Zudem forderte sie mehr Aufmerksamkeit für die gesundheitlichen Folgen von Einsätzen. Besonders wichtig ist ihr das Thema posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS). Diese sind keine Schwäche, sondern eine ernstzunehmende Verwundung, die viele Veteranen mit sich tragen. Die Gesellschaft muss lernen, diese Problematik zu erkennen und entsprechend zu handeln.
Die unsichtbaren Narben des Krieges
Soldatinnen und Soldaten bringen oft prägende Erfahrungen mit zurück, die nicht immer für das bloße Auge sichtbar sind. Psychotherapeutin Kristina Böttcher, die sich auf die Behandlung von Einsatzkräften spezialisiert hat, berichtet von den häufigen Traumafolgen, die viele Veteranen plagen. Angststörungen und PTBS sind nur einige der Herausforderungen, mit denen sie kämpfen müssen. Die Auslöser dieser Störungen können je nach Einsatzort und -situation stark variieren. Viele erleben eine Dauerbelastung und fühlen sich oft ohnmächtig, wenn sie Schreckliches beobachten, ohne eingreifen zu können.
Die Therapie zielt darauf ab, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und ihre Dienstfähigkeit wiederherzustellen. Allerdings schätzt Böttcher, dass die Dunkelziffer der Veteranen mit PTBS weit über den in Studien angegebenen 2,9 Prozent liegt. Die Symptome sind vielfältig: Flashbacks, Albträume, Schlafstörungen und ein ständiges Gefühl der inneren Unruhe können das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen. Unbehandelt können solche Traumafolgen sogar zu Suizid führen, was die Dringlichkeit der Thematik unterstreicht.
Unterstützungsangebote für Veteranen
Die Versorgung von einsatzgeschädigten Soldaten hat sich zwar verbessert, doch bleiben Herausforderungen bestehen. Insbesondere die Anerkennung von Wehrdienstbeschädigungen gestaltet sich oft als mühsamer und undurchsichtiger Prozess. Viele Veteranen fühlen sich vom Dienstherrn im Stich gelassen, was zu einem tiefen Vertrauensverlust führt. Ein echtes Dilemma, das nicht ignoriert werden kann.
Zum Glück gibt es jedoch vielfältige Hilfsangebote für Soldatinnen und Soldaten sowie für ihre Angehörigen. Diese kommen sowohl von der Bundeswehr als auch von zivilen Organisationen. Aufklärungsmaßnahmen zu seelischen Erkrankungen, Vorsorge- und Therapieangebote durch Experten und Projekte zur Unterstützung des Gesundungsprozesses sind nur einige der Möglichkeiten, die Betroffenen zur Verfügung stehen. Die kontinuierliche Verbesserung der Versorgung ist ein zentrales Anliegen, das durch Forschungsmaßnahmen vorangetrieben wird.
Der Nationale Veteranentag, der in Deutschland rund um den 15. Juni unter dem Motto „Veterans, Family & Friends“ gefeiert wird, rückt all diese Themen ins Licht. In einer Zeit, in der wir mehr denn je zusammenstehen müssen, ist es wichtig, sich der Herausforderungen bewusst zu sein, die Veteranen nach ihrem Dienst bewältigen müssen. Und es ist an der Zeit, ihnen die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie verdienen.
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