Am 31. Mai 2026 ist die Stimmung an der Technischen Universität Berlin alles andere als entspannt. Das Hauptgebäude, ein architektonisches Wahrzeichen im Herzen von Charlottenburg-Wilmersdorf, bleibt seit dem 9. Mai geschlossen. Und das aus einem Grund, der vielen Studierenden und Lehrenden den Schweiß auf die Stirn treibt. Baustadtrat Christoph Brzezinski von der CDU hat jüngst Fehler bei den Brandsicherheitsschauen eingeräumt. Die Behörde hat über längere Zeit hinweg versäumt, die nötigen Kontrollen durchzuführen. Das klingt schon fast wie ein schlechter Witz – doch die Realität ist bitter.
„So gut wie gar nicht“ fanden die Brandsicherheitsschauen im Bezirk statt. Der Fokus der Kontrollen lag auf privat betriebenen Einrichtungen, während die Annahme, dass öffentliche Einrichtungen den Vorschriften „von alleine“ entsprechen, sich als mangelhaft herausstellte. Der Investitions- und Sanierungsrückstand an der TU Berlin war bekannt, dennoch passierte lange Zeit nichts. Es ist fast schon ironisch, dass die Bauaufsicht über die Mängel im Bilde war und dennoch untätig blieb.
Die Folgen der Schließung
Die Schließung des Hauptgebäudes hat weitreichende Folgen. Rund 30.000 Quadratmeter Nutzfläche – darunter Hörsäle, Büros und die Universitätsbibliothek – stehen nicht mehr zur Verfügung. Die Studierenden müssen nun auf andere Räume ausweichen oder ihre Lehrveranstaltungen digital abhalten. Das sind etwa 350 Lehrveranstaltungen pro Woche, die umorganisiert werden müssen. Ein logistischer Albtraum, der viele in der Uni vor Herausforderungen stellt, die sie so nicht erwartet hätten.
Die TU-Präsidentin Fatma Deniz äußerte sich besorgt und stellte klar, dass eine Wiedereröffnung des Hauptgebäudes im laufenden Sommersemester unwahrscheinlich sei. Das ganze Drama wurde durch ein Leck in einer Trinkwasserleitung unter einem Notstromkabel ausgelöst – verursacht durch Rost. Man fragt sich: Wie konnte es so weit kommen? Wo waren die Verantwortlichen, während sich diese Probleme anstauten?
Intensive Zusammenarbeit mit der Universität
Die gute Nachricht? Der Bezirk arbeitet seit etwa anderthalb Jahren intensiver mit der Universität zusammen, um die Liegenschaften zu verbessern. Ein Lichtblick inmitten des Chaos. Aber die Frage bleibt: Wird das ausreichen, um der TU Berlin die dringend benötigten Sanierungen zu ermöglichen und das Vertrauen der Studierenden zurückzugewinnen?
In einer Stadt, die für ihre Innovationskraft und ihre Bildungseinrichtungen bekannt ist, ist der Zustand der TU Berlin ein Weckruf. Die Herausforderungen, vor denen die Universität steht, sind nicht neu. Es braucht mehr als nur Worte und Versprechen, um die Situation zu ändern. Ein Umdenken ist nötig, damit solche Missstände nicht zur Gewohnheit werden.
