In den letzten Tagen hat sich in den Grünanlagen von Charlottenburg-Wilmersdorf ein kleines, aber nicht zu unterschätzendes Problem breitgemacht. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners machen sich ab Ende Mai über unsere Parks und Sportanlagen her und das hat Folgen, die man besser nicht ignorieren sollte. Das Sportamt hat nun mehrere Sportanlagen geschlossen, und zwar bis zum 18. Juni. Wer also einen sportlichen Ausgleich im Freien sucht, sollte sich vielleicht erstmal nach Alternativen umsehen.

Die betroffenen Sportanlagen sind unter anderem die Wally-Wittmann-Sportanlage in der Waldschulallee, die Hans-Rosenthal-Sportanlage und die Julius-Hirsch-Sportanlage. Selbst die Tennisplätze an der Harbigstraße sind betroffen, ganz zu schweigen vom Mommsenstadion mit seiner angrenzenden Rollsportfläche. Und als wäre das nicht genug, bleibt die Sportanlage Jungfernheide bis voraussichtlich 14. Juni 2026 geschlossen. Vor allem im Volkspark Jungfernheide breiten sich die Raupen massiv aus, was auch die Besucher und Anwohner betrifft.

Gesundheitsrisiken und Vorsichtsmaßnahmen

Die Brennhaare dieser kleinen Biester sind nicht zu unterschätzen. Sie können allergische Reaktionen, Hautreizungen und sogar Atembeschwerden hervorrufen. Besonders unangenehm: Die Empfindlichkeit kann mit der Anzahl der Kontakte zunehmen. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher, befallene Gebiete zu meiden. Wer jetzt denkt, er könnte die Gespinste einfach ignorieren, der sollte wissen, dass diese Nester oft fälschlicherweise als Eichenprozessionsspinner identifiziert werden. Oft handelt es sich um Gespinstmotten, die wesentlich harmloser sind.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) sind eine heimische Schmetterlingsart, die es in warmen, trockenen Regionen besonders gut gefällt. Ab dem dritten Larvenstadium, das zwischen April und Mai auftritt, entwickelt sich das berüchtigte Nesselgift in den Brennhaaren. Das kann Hautsymptome wie Rötungen und Juckreiz auslösen und in schlimmeren Fällen sogar zu Atemwegsreizungen führen. Wer also in der Nähe von Eichen unterwegs ist, sollte die Augen offenhalten und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen ergreifen. Ein kühles Tuch auf die betroffenen Stellen kann helfen, und Antihistaminika sind auch keine schlechte Idee, falls es zu allergischen Reaktionen kommt.

Maßnahmen gegen die Plage

Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist ein vielschichtiges Thema. Es gibt sowohl chemische als auch nicht-chemische Maßnahmen. Mechanische Methoden, wie das Absaugen der Gespinstnester, erfordern allerdings sorgfältige Arbeitsschutzmaßnahmen. Thermische Bekämpfung, zum Beispiel durch Heißwasser oder Heißschaum, wird ebenfalls eingesetzt. Aber aufgepasst, ungeschütztes Abflammen ist nicht ratsam! Biologische Bekämpfungsmittel, wie Fadenwürmer, die die Raupen abtöten, können auch andere Schmetterlingsraupen schädigen – hier ist also Fingerspitzengefühl gefragt.

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Ein weiterer Punkt: Es gibt Gesetze, die beachtet werden müssen. Je nachdem, ob es um den Schutz von Eichen oder um die menschliche Gesundheit geht, fällt die Bekämpfung unter unterschiedliche Regelungen. Das ist wichtig, denn sowohl chemische als auch biologische Mittel können geschützte Tierarten gefährden. Der Einsatz dieser Mittel sollte daher auf ein Minimum beschränkt werden.

Klimawandel als Faktor

Ein interessanter Aspekt, den man nicht außer Acht lassen sollte, ist die Rolle des Klimawandels. Eichenprozessionsspinner waren früher in Deutschland kaum bekannt, aber die Massenvermehrungen nehmen zu. Die warmen Frühlingstemperaturen beschleunigen die Entwicklung der Larven, die dann wie eine Prozession – daher der Name – vom Stamm zu den Baumkronen wandern. Das bedeutet, dass nicht nur die Eichen, sondern auch die Menschen in städtischen Gebieten, Parks und an Gehwegen betroffen sind.

Langfristig gesehen kann ein Befall die Eichen schwächen, was sie anfälliger für andere Schädlinge macht. Und das ist noch nicht alles: Trockenheit kann das Risiko eines Befalls ganzer Eichen- oder Mischwälder erhöhen. Wer hätte gedacht, dass sich so ein unscheinbares Tierchen so stark auf unsere Umwelt auswirken kann? Also, bleibt wachsam und denkt daran, Eichenprozessionsspinner sind nicht nur ein Thema für die Natur, sondern auch für uns Menschen!