Die Luft ist raus, das merkt man. An einem stürmischen Samstag in der Avnet Arena, wo 28.123 leidenschaftliche Fans des 1. FC Magdeburg zusammenkamen, war die Stimmung gemischt. Transparent hochgehalten, lautstark skandiert – „Wer liebt, der glaubt“ – das Motto der Magdeburger Anhänger war unüberhörbar. Der 32. Spieltag in der zweiten Bundesliga brachte für Hertha BSC ein weiteres herbes Tief. Trotz der Tatsache, dass sie als zweitbeste Auswärtsmannschaft in die Partie gingen, endete das Spiel mit einem bitteren 0:1.
Hertha BSC hat in den letzten vier Spielen keinen Sieg geholt. Nur ein magerer Punkt aus zwölf möglichen hat sich auf das Konto von Trainer Stefan Leitl geschlichen. Die Aufstellung wurde minimal verändert: Kevin Sessa sprang für den gesperrten Paul Seguin ein, während Mittelstürmer Dawid Kownacki aufgrund von Unwohlsein fehlte. Die ersten Minuten des Spiels waren geprägt von einem frühen Eckball für Hertha, doch danach kam lange Zeit wenig. Beide Teams zeigten mehr Fehler als brilliante Aktionen, Torchancen waren rar gesät, und die Zuschauer mussten sich bis zur Halbzeit mit einem 0:0 begnügen.
Ein Spiel voller Missgeschicke
Die zweite Hälfte startete mit einem weiteren Rückschlag für Hertha: Deyovaisio Zeefuik verletzte sich und musste in der 61. Minute durch Julian Eitschberger ersetzt werden. Plötzlich schien es, als würde Hertha das Ruder herumreißen, sie brachten den FCM erstmals in Gefahr. Doch die Hoffnung war schnell wieder gedämpft, als Laurin Ulrich in der 61. Minute nach einem Abwehrfehler von Hertha das 1:0 erzielte. Die Vorarbeit kam von Alexander Nollenberger, und der Abpraller von Hertha-Keeper Tjark Ernst war nicht zu verhindern. Ein Schock für die Berliner, die in der Folge alles versuchten, aber die Chancen blieben aus.
Der FCM, jetzt beflügelt durch die Führung, verteidigte leidenschaftlich. Keeper Dominik Reimann zeigte seine Stärke, hielt gegen Winkler (66. Minute) und verhinderte damit einen möglichen Ausgleich. Hertha brachte mehrere frische Spieler, aber die Dominanz blieb aus. Ein Block von Grönning vereitelte die beste Chance der Berliner. Der Abstieg, der in den letzten Wochen wie ein Schatten über der Mannschaft schwebte, wurde durch diese Niederlage nicht gerade heller.
Ein Blick auf die Tabelle und die Konkurrenz
Mit diesem Sieg kletterte der 1. FC Magdeburg aus der Abstiegszone auf Rang 14 der Tabelle. Ein befreiendes Gefühl für die Fans und das Team, das nun einen kleinen Lichtblick im Kampf um den Klassenerhalt sieht. Im Gegensatz dazu ist die Lage für Hertha BSC bedrohlich. Die Abstiegssorgen sind real und drücken schwer auf die Schultern der Spieler. Die Aufsteiger in der Liga – wie Jahn Regensburg, SSV Ulm 1846 und Preußen Münster – kämpfen hart ums Überleben. Alle drei befinden sich auf Abstiegsplätzen und müssen dringend Punkte holen, um ihre Chance auf den Verbleib in der zweiten Bundesliga zu wahren.
Mit jedem weiteren Spieltag wird der Druck größer; die finanziellen Einbußen eines Abstiegs würden einem Verein wie Hertha BSC schwer zusetzen. Die Unterschiede zwischen den Ligen sind enorm, und der Gedanke daran, in die dritte Liga abzusteigen – wo die Fernsehgelder von fast neun Millionen Euro auf 1,3 Millionen Euro sinken würden – ist alles andere als beruhigend.
Wer weiß, vielleicht wird das nächste Spiel ein Wendepunkt. Oder es wird nur weiter in die düstere Richtung gehen. Die Zeit wird es zeigen – und die Fans werden, wie immer, an der Seitenlinie stehen und ihr Team unterstützen.