Heute ist der 14.05.2026, und während die Berliner Frühlingsluft in den Straßen weht, gibt es etwas, das die Gemüter erhitzt – den Eichenprozessionsspinner. Ja, genau, der kleine gefräßige Übeltäter, der seit den 1990er-Jahren in Deutschland um sich greift und mittlerweile auch in unserer Hauptstadt seine Spuren hinterlässt. Vor allem in den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf, Treptow-Köpenick, Steglitz-Zehlendorf, Spandau, Neukölln und Marzahn haben sich die Raupen und ihre Gespinstnester breitgemacht. Und das, obwohl es uns gerade jetzt nach einem schönen Ausflug in die Natur gelüstet.
Die warmen und trockenen Wetterbedingungen scheinen den kleinen Plagegeistern in die Karten zu spielen. In den letzten Tagen haben wir im Botanischen Volkspark in Blankenfelde-Pankow einen verstärkten Befall bemerkt. An Eichenbäumen hängen die grauen, spinnenwebartigen Nester, die nicht nur den Anblick trüben, sondern auch gefährlich sein können. Sie sind von der Größe einer 50-Cent-Münze bis hin zu mehreren Metern – kein Spaß, wenn man bedenkt, dass diese Nester aus den Haaren der Raupen bestehen, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten.
Die Gefahren und die Symptome
Wer mit diesen Brennhärchen in Kontakt kommt, kann mit unangenehmen Symptomen rechnen. Hautirritationen wie Juckreiz, Rötungen und Ausschläge sind nur der Anfang. Atembeschwerden, Augenreizungen und sogar Übelkeit können sich einstellen. In extremen Fällen drohen lebensbedrohliche allergische Reaktionen. Hunde sind ebenfalls betroffen und zeigen ähnliche Symptome – da wird das Gassigehen zur Herausforderung, wenn man an den quälenden Juckreiz denkt!
Ein Verwechslungsgefahr besteht mit der harmlosen Gespinstmotte, deren Raupen gelblich-weiß sind und keine Nesselhaare haben. Im Gegensatz dazu spinnt die Gespinstmotte ihre Nester zwischen den Ästen und nicht am Stamm der Eiche. Die Frühjahrswitterung begünstigt die Entwicklung beider Insekten, und während wir uns über die ersten Sonnenstrahlen freuen, sind die Raupen bereits fleißig am Fressen.
Maßnahmen gegen den Befall
Was also tun? Eine Fachfirma wurde bereits mit der Entfernung der Nester beauftragt. Das ist wichtig, denn die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners fällt unter die Pflanzenschutzmittel-Verordnung. Wenn wir uns um die menschliche Gesundheit sorgen, greift die Biozid-Verordnung. Präventive Maßnahmen sind ebenfalls angesagt. Nistkästen für Meisen in der Nähe der Eichen aufhängen – aber bitte nicht direkt in die Bäume! Diese kleinen gefiederten Freunde können helfen, die Raupenpopulation zu regulieren.
Die Bekämpfungsmethoden sind vielfältig: chemisch, biologisch, mechanisch oder thermisch. Wichtig ist, dass diese nur von professionellen Anwendern durchgeführt werden. Bei einem Befall sollte man unbedingt Kontakt zu Gesundheits-, Forst- oder Pflanzenschutzämtern oder professionellen Schädlingsbekämpfern aufnehmen. Mechanische Bekämpfung bedeutet zum Beispiel, die Gespinstnester abzusaugen und zu entsorgen. Das kann ab dem dritten Larvenstadium erfolgen. Heißwasser oder Heißschaum zur thermischen Bekämpfung in die Nester zu bringen, hat sich als effektiv erwiesen – die Raupen haben da keine Chance.
Aufklärung und Vorsichtsmaßnahmen
Und was ist mit uns? Wie sollten wir uns verhalten? Das Umweltbundesamt empfiehlt, betroffene Gebiete zu meiden. Wer mit den Nester in Kontakt kommt, sollte die Kleidung wechseln, reinigen und sich gründlich duschen. So beugt man einer möglichen allergischen Reaktion vor. Kleidung sollte bei mindestens 60 °C gewaschen werden – ein bisschen Aufwand, aber besser als die bösen Überraschungen nach einem unbedachten Streifzug durch den Park.
Die Hinweise sind klar: Raupen und Nester nicht berühren! In den nächsten Wochen wird es wichtig sein, auf Informationen aus der lokalen Presse, Hinweisschilder und die Warnungen von Forst- und Gesundheitsämtern zu achten. Denn während wir die ersten warmen Tage genießen, sollten wir auch die kleinen Gefahren im Hinterkopf behalten.