In Berlin, speziell am Buckower Damm, hat ein tragischer Unfall das Thema E-Scooter wieder in den Fokus gerückt. Zwei 14-jährige Mädchen waren mit einem E-Scooter unterwegs, als sie von einem Auto erfasst wurden. Während die eine unverletzt blieb, verunglückte das andere Mädchen tödlich. Dieses traurige Ereignis hat die Diskussion um die Sicherheit von E-Scootern in der Stadt neu entfacht und führte zu einem Aufruf zur Veränderung der bestehenden Regeln.
In der Nähe des Unfallorts befindet sich eine Physiotherapie-Praxis in Neukölln, deren Inhaber, Adam Olichwer, dringend ein Umsteuern in der Berliner E-Scooter-Politik fordert. Er spricht von einem „gefährlichen Chaos“ durch die Vielzahl an Leih-Scootern und hat eine Petition ins Leben gerufen, die sich direkt an das Abgeordnetenhaus und die Senatsverkehrsverwaltung richtet.
Forderungen aus der Petition
Die Petition, die von Olichwer initiiert wurde, beinhaltet mehrere zentrale Forderungen. Unter anderem wird ein Ende des „Free-Floating“-Systems für Miet-E-Scooter gefordert, ebenso wie die Einführung fester Parkstationen und kleinerer Flotten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einführung einer Altersgrenze von 18 Jahren, einschließlich einer Ausweiskontrolle. Zusätzlich soll eine Helmpflicht für Nutzer eingeführt werden, und es werden technische Sperren gefordert, die eine gleichzeitige Nutzung durch mehrere Personen verhindern. Diese Maßnahmen sollen helfen, die Sicherheit insbesondere für Jugendliche, Senior:innen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zu erhöhen.
Ein Vergleich zu Paris zeigt, wie ernst das Thema genommen wird. Dort wurde seit dem 1. September 2023 der Verleih von E-Rollern komplett verboten, was zur Entfernung von rund 15.000 Scootern führte. Das Verbot betrifft jedoch nicht private Roller. Olichwer warnt vor den erhöhten Sicherheitsrisiken, die sich aus der Nutzung von Leih-Scootern ergeben, und hebt hervor, dass Jugendliche oft die Gefahren unterschätzen, insbesondere wenn sie zu zweit fahren.
Aktuelle Sicherheitsstatistiken
Die Statistik über E-Scooter-Unfälle spricht eine deutliche Sprache. Im Jahr 2024 kam es zu fast 12.000 Unfällen mit E-Scootern, was einem Anstieg von 27% im Vergleich zu 2023 entspricht. 27 Menschen verloren ihr Leben bei diesen Unfällen, alle waren selbst auf einem Roller unterwegs. Besonders alarmierend ist, dass fast 50% der verunglückten E-Scooter-Fahrer jünger als 25 Jahre waren, und 82% unter 45 Jahren. Die häufigste Unfallursache sind falsche Benutzungen von Fahrbahnen oder Gehwegen, gefolgt von Unfällen, bei denen Fahrer unter Alkoholeinfluss standen.
Ein weiteres Problem sind die oft wild abgestellten Scooter, die nicht nur das Stadtbild stören, sondern auch eine Gefahr für Fußgänger darstellen. Manipulationen bei der Freischaltung der Scooter ermöglichen es Minderjährigen, diese zu nutzen, was die Sicherheitslage weiter verschärft. Olichwer betont, dass ein Sturz schwerwiegende körperliche Einschränkungen zur Folge haben kann, und appelliert an die Verantwortung aller Verkehrsteilnehmer.
Die aktuelle Situation erfordert dringende Maßnahmen. Es bleibt abzuwarten, wie die Politik auf die Petition reagieren wird und ob die Sicherheit für E-Scooter-Nutzer in Berlin verbessert werden kann.