Es ist der 20. Juni 2026 und in Berlin, im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, wird das einstige Internationale Congress Centrum (ICC) – liebevoll auch „Panzerkreuzer Charlottenburg“ genannt – wieder zum Gesprächsthema. Einst ein Glanzstück der Hauptstadt, das 1979 seine Pforten öffnete und für viele Jahre als größtes Kongresszentrum Europas bekannt war, hat das ICC in den letzten Jahren eine lange, bewegte Geschichte durchlebt.

Die letzten Jahre waren nicht gerade von Erfolg geprägt. 2014 wurde das ICC stillgelegt, da Schadstoffe festgestellt wurden. Doch das Gebäude mit seiner imposanten Bruttogeschossfläche von 213.021 Quadratmetern und seinen 80 Sälen, die insgesamt 14.500 Sitzplätze bieten, ist mehr als nur ein verlassener Ort. Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey bezeichnete es einmal als „schlafende Schönheit“. Ein zauberhaftes Bild, wenn man darüber nachdenkt, wie viele Veranstaltungen und Erinnerungen in diesen Mauern geschaffen wurden.

Die Zukunft des ICC

Am 24. Juni sollen die Pläne zur zukünftigen Nutzung des ICC vorgestellt werden – ein Datum, das viele Berliner mit Spannung erwarten. Es gibt bereits konkrete Ziele: Das ICC soll zu einem internationalen Standort für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft entwickelt werden. Im November 2024 wurde ein Konzeptverfahren zur Nutzung abgeschlossen, und im Oktober 2023 gab die Wirtschaftsverwaltung bekannt, dass nur eine Bieter-Gruppe im Verfahren fortgeführt wird. Gerüchte besagen, dass die Betreiber des Leipziger Kunst- und Kreativkomplexes Spinnerei an dieser Stelle das Ruder übernehmen könnten.

Die letzten Jahre waren geprägt von Hoffnungen und Vorschlägen. 2018 kündigte der Berliner Senat an, das ICC wiederzubeleben. Im Jahr 2019 wurden über ein Dutzend unterschiedliche Nutzungsvorschläge eingereicht. Doch nicht jede Idee fand Anklang: Bestimmte Nutzungen, wie Bordelle oder Spielbanken, sind ausgeschlossen. Das ICC steht seit 2019 unter Denkmalschutz, was seine Zukunft umso wertvoller macht.

Ein Blick auf die Sanierung

Für die Sanierung des ICC wird mit Kosten von rund 330 Millionen Euro gerechnet. Ein gewaltiger Betrag, aber die Investition könnte sich lohnen. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hat seit 2009 bis 2025 etwa 547 Millionen Euro in den Denkmalschutz investiert. Über 3.000 national bedeutsame Kulturdenkmäler und historische Orgeln in Deutschland wurden bereits saniert. Das ICC könnte sich also in eine illustre Reihe einreihen, die von der Sanierung des Mittelmeerhauses im Botanischen Garten bis hin zum Kloster Gerode reicht.

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Die Vision, das ICC ähnlich wie das Centre Pompidou in Paris zu entwickeln, ist ein gewagtes, aber faszinierendes Unterfangen. Das Augenmerk liegt auf einer kulturellen Neubelebung, die sowohl lokale als auch internationale Künstler und Kreative anziehen soll. Es bleibt abzuwarten, ob der „Panzerkreuzer Charlottenburg“ bald wieder erstrahlen wird und wie er sich in das pulsierende Leben Berlins eingliedern wird.

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