Baumängel am Hauptgebäude der TU Berlin: Ein Drama mit ungewisser Zukunft
In Charlottenburg-Wilmersdorf tobt ein kleines Drama, das man so nicht alle Tage erlebt. Das Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin bleibt bis auf Weiteres geschlossen – und das aus einem nicht gerade erfreulichen Grund: Baumängel! Ja, die haben sich am letzten Wochenende so sehr bemerkbar gemacht, dass die Hochschule eine sofortige Schließung anordnen musste. Lehrveranstaltungen und Verwaltungsbüros sind betroffen, und die Studierenden sind mehr als nur verwirrt. Immerhin hat die Hochschul-Leitung angekündigt, am Montag über die weitere Vorgehensweise zu informieren. Ein Lichtblick? Vielleicht. Aber die Unsicherheit bleibt.
Die Sicherheitsbegehung, durchgeführt von den Behörden und der Feuerwehr, hat „bauliche Auffälligkeiten“ festgestellt, die vor allem den Brandschutz betreffen. Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) hat die Schließung als „mittlere Katastrophe“ bezeichnet, was nicht gerade zur Beruhigung der Gemüter beiträgt. Die Tatsache, dass die Schließung nicht von ihr veranlasst wurde, sondern von Bezirksbehörden, macht die Situation nicht weniger angespannt. Es stellt sich heraus, dass der Sanierungsstau bei vielen Berliner Hochschulen nicht nur ein hübsches Wort ist – er ist Realität. So berichtet die TU-Präsidentin Fatma Deniz von nassen Wänden und Wasserschäden, die die Stromversorgung und den Brandschutz gefährden könnten.
Baumängel und ihre Folgen
Die Schließung ist also ein Sicherheits-Notruf. Doch wie lange bleibt das Hauptgebäude nun geschlossen? Das bleibt unklar. Mängel, die sich über Jahre angestaut haben, sind oft schwer zu beheben. Was uns noch mehr Sorgen bereitet: Rund 96% der 102 Gebäude an der TU Berlin sind sanierungsbedürftig. Nur vier davon stehen in einem guten Zustand! Komischerweise scheint das kein Einzelfall zu sein – auch an der Humboldt-Universität sind etwa 94% der Gebäude in einem kritischen Zustand, und an der Freien Universität sind es immerhin zwei Drittel. Irgendwie riecht das nach einem strukturellen Problem.
Ina Czyborra hat in den letzten Jahren über eine halbe Milliarde Euro in Hochschulbauprojekten gesprochen. Der Berliner Senat plant sogar die Gründung einer Hochschulbaugesellschaft (BHG), um die zentrale Verwaltung von Bau- und Instandhaltungsprojekten voranzutreiben. Es wird Zeit, dass die nötigen Investitionen fließen. Immerhin gibt es auch Hoffnung: Der geplante Neubau „CIPHOR“ auf dem Ost-Campus der TU Berlin zwischen IMoS und dem Wirtschaftsgebäude des Zoologischen Gartens könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein. Mit einem Kostenrahmen von etwa 93,75 Millionen Euro soll er ein zentraler Punkt im Entwicklungsgebiet werden und könnte 2028 Realität werden.
Der Weg nach vorne
Doch bevor wir uns in die Zukunft träumen, stehen die aktuellen Probleme im Raum. Die Schließung des Hauptgebäudes ist für alle Hochschulangehörigen ein herber Rückschlag. Und die Frage bleibt: Wie wird die Technische Universität Berlin die Herausforderungen meistern? Die Hochschule arbeitet bereits an Lösungen für die kommenden Wochen, aber das Gefühl, dass die bauliche Substanz vieler Hochschulgebäude in Berlin kritisch ist, schwebt wie ein Damoklesschwert über uns.
Die Situation ist alles andere als ideal, und die Studierenden sind auf die digitale Informationsveranstaltung am Nachmittag gespannt. Was wird ihnen wohl mitgeteilt? Vielleicht gibt es ja bald Licht am Ende des Tunnels. Hoffen wir auf baldige positive Neuigkeiten, denn die Vorlesungen und die gesamte Hochschulverwaltung sind auf die Wiedereröffnung des Hauptgebäudes angewiesen. Bis dahin bleibt uns nur, die Daumen zu drücken!
