Die Bundespolizei hat ein striktes Waffenverbot in 15 Berliner Bahnhöfen und am Potsdamer Hauptbahnhof erlassen. Das Verbot gilt vom 1. bis einschließlich 27. Oktober und umfasst Messer, Schlagstöcke, Reizgas sowie andere gefährliche Gegenstände. Hintergrund dieser Maßnahme ist die zunehmende Gewaltkriminalität auf Bahnanlagen, bei der oft Messer und ähnliche Hilfsmittel eingesetzt werden. Berichten von rbb24 zufolge, war zuletzt ein ähnliches Verbot zwischen Ende Mai und Ende Juli in Kraft, bei dem fast 10.000 Personen kontrolliert und über 700 Waffen sowie gefährliche Gegenstände beschlagnahmt wurden.

Die betroffenen Bahnhöfe, in denen das Waffenverbot gilt, sind unter anderem der Berliner Hauptbahnhof, der Bahnhof Zoo, der Ostbahnhof, Südkreuz, und Alexanderplatz. Die Einhaltung des Verbots wird durch Einsatzkräfte der Bundespolizei überprüft, die auch befugt sind, Personen ohne konkreten Verdacht zu kontrollieren. Diese Maßnahme soll denn auch dazu beitragen, die Anzahl der Gewalttaten zu reduzieren, die vergleichsweise alarmierend angestiegen ist.

Kontext zur Gewaltdeliktsituation

Die Gewaltdelikte haben in Berlin laut den aktuellen Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) um rund 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Im öffentlichen Raum gab es sogar einen Anstieg von 14 Prozent, während im privaten Wohnraum die Zunahme bei 3 Prozent lag. Diese Situation wird von einem Anstieg der Mobilität nach dem Wegfall der Corona-Beschränkungen sowie von sozialen und wirtschaftlichen Belastungen durch die Inflation beeinflusst. Zudem spielt die hohe Zuwanderungsrate eine Rolle, welche auch zu einer erhöhten Anzahl nichtdeutscher Tatverdächtiger führt. Diese Faktoren werden als zentrale Ursachen für steigende Fallzahlen identifiziert, wie BKA detailliert erläutert.

Besonders alarmierend sind die Zahlen zu Messerangriffen: In den letzten drei Jahren wurden laut der PKS insgesamt 324 Messerangriffe verzeichnet. Durch das neue Verbot sieht die Bundespolizei eine Möglichkeit, diese Entwicklung einzudämmen. Auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln, wo seit Mitte Juli ein zusätzliches Verbot für das Mitführen von Messern besteht, soll die Sicherheit der Reisenden verbessert werden. Verstößt jemand gegen das Messerverbot, kann ein Strafgeld von bis zu 10.000 Euro verhängt werden.

Die nächsten Wochen werden zeigen, wie wirksam diese neuen Maßnahmen sind und ob sie zu einer spürbaren Entlastung auf den Berliner Bahnhöfen führen können.