Der deutsche Schauspieler Horst Krause ist im Alter von 83 Jahren verstorben. Er erlag am Freitag im Seniorenheim in Teltow den Folgen seines baldigen Lebensendes, wie die Familie am Montag bekanntgab. Krause, der für seine Rolle als Polizeihauptmeister im Krimi „Polizeiruf 110“ bekannt war, hinterlässt ein bedeutendes Erbe in der Film- und Fernsehlandschaft Deutschlands. Bekannt wurde er besonders durch seine bodenständige Darstellung eines kugeligen und brummigen Dorfpolizisten, dessen Figur auf ihn basierte und von Regisseur Bernd Böhlich geschaffen wurde. Krause ermittelte seit 1996 in der beliebten Reihe, die sich im Laufe der Jahre zu einem Pendant zum „Tatort“ entwickelte.

Sein Debüt in der Serie feierte er 1998 im Havelland. In den folgenden Jahren war er Teil eines wechselnden Ermittlerteams und drehte insgesamt 26 Folgen bis zu seinem letzten Fall im Jahr 2015, betitelt „Ikarus“. Neben seinen Auftritten in „Polizeiruf 110“ arbeitete Krause von 2007 bis 2022 an einer neunteiligen ARD-Fernsehfilmreihe, die das Privatleben seines Charakters thematisierte. Mit seiner Anwesenheit wurde er zu einem Markenzeichen brandenburgischer Fernsehgeschichte.

Auszeichnungen und künstlerischer Werdegang

Krause wurde 1941 in Westpreußen geboren und fand als Kind seinen Weg nach Ludwigsfelde. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er an der Berliner Schauspielschule, bevor er in den 1960er Jahren seine ersten Schritte im DDR-Fernsehen machte, unter anderem in der Serie „Der Staatsanwalt hat das Wort“. Im Jahr 1993 erreichte er durch die Komödie „Wir können auch anders…“ einen breiteren Bekanntheitsgrad und erhielt in der Folge zahlreiche Auszeichnungen. So wurde er 1993 mit dem Deutschen Filmpreis als Bester Darsteller geehrt und im Jahr 2003 beim Stockholm International Film Festival für seine Rolle in „Schultze gets the Blues“ ausgezeichnet.

Besonders geehrt wurde er 2012 mit dem Verdienstorden des Landes Brandenburg. Der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke würdigte ihn als „Mensch mit Herz und Haltung“ und als einen Botschafter Brandenburgs. Zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 2021 erhielt er ebenfalls Glückwünsche vom Ministerpräsidenten, die seine Verdienste für das Land unterstrichen.

Vielfältige Rolle im deutschen Film und Fernsehen

Krauses Karriere erstreckte sich über viele Jahre und umfasste sowohl Kino- als auch Fernsehproduktionen. Neben seiner charakteristischen Rolle im „Polizeiruf 110“ wirkte er in weiteren bemerkenswerten Filmen mit, darunter „Das Mädchen Rosemarie“ und „Boxhagener Platz“. Bekannt ist er auch für seine humorvolle und authentische Darstellung von ländlichen Charakteren, die das Publikum berührten und zum Schmunzeln brachten.

Das rbb Fernsehen plant, am Abend seines Todes eine Sonderausstrahlung mit dem Titel „Abschied von Horst Krause“ zu zeigen. Zudem werden zwei Folgen von „Polizeiruf 110“ ausgestrahlt, um dem Publikum die Möglichkeit zu geben, sich von diesem herausragenden Schauspieler zu verabschieden. Horst Krause hat nicht nur die deutsche Film- und Fernsehlandschaft geprägt, sondern auch eine Vielzahl von Zuschauern berührt und inspiriert.